
Die Stadt Lehrte beginnt in dieser Woche mit der umfassenden digitalen Erfassung ihres gesamten Straßennetzes. Ein spezialisiertes Messfahrzeug der Firma eagle eye technologies Deutschland GmbH wird im Auftrag der Stadtverwaltung rund 260 Kilometer kommunale Straßen und Wege detailliert aufnehmen. Ziel ist es, Planung, Verwaltung und Sanierung der städtischen Verkehrsinfrastruktur effizienter und zielgerichteter zu gestalten.
Zum Einsatz komme nach Angaben der Stadtverwaltung ein System mit hochpräzisen Sensoren und mehreren Kameras, das den Zustand der Straßenoberflächen sowie des gesamten Straßenraums erfasst. Dokumentiert werden unter anderem Schäden wie Schlaglöcher und Risse, aber auch Straßenzubehör wie Verkehrszeichen, Ampeln und Beleuchtung.
Durch die digitale Bestandsaufnahme erhält die Verwaltung eine fundierte Datengrundlage für die Straßenerhaltung. Einzelne Abschnitte können künftig direkt am Rechner begutachtet werden, wodurch Zeit- und Kostenaufwand für Vor-Ort-Termine reduziert werden. Auf dieser Basis sollen Prognosen erstellt und Maßnahmen systematisch geplant werden. Die Daten fließen in ein umfassendes Straßenkataster und ein langfristig angelegtes Erhaltungskonzept ein. Mit einem digitalen „Geo-Zwilling“ der Stadt sollen Sanierungen künftig gezielter gesteuert und Haushaltsmittel nachhaltiger eingesetzt werden.
Nach Angaben der Stadt hat der Datenschutz dabei höchste Priorität. Die Aufnahmen dienen ausschließlich internen Zwecken der Dokumentation und Wertermittlung der kommunalen Verkehrsinfrastruktur. Eine Veröffentlichung der Daten ist nicht vorgesehen. Bilddaten werden anonymisiert, sodass Gesichter und Kennzeichen nicht erkennbar sind. Die Befahrung erfolgt überwiegend in verkehrsarmen Zeiten, die Fahrzeuge sind deutlich als Vermessungsfahrzeuge gekennzeichnet.
Mit der Maßnahme will die Stadt Lehrte eine hohe Datenqualität sicherstellen, um die Ergebnisse vielseitig und sinnvoll für die Infrastrukturplanung nutzen zu können.
