Die Ratsgruppe Grüne/Linke und die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Lehrte wollen regionale Anbieter bei der Versorgung von Schulen und Kindertagesstätten mit Mittagessen stärker berücksichtigen. Ein gemeinsamer Antrag wurde in der Ratssitzung am gestrigen Mittwoch, 1. Juli 2026, eingebracht und zur weiteren Beratung in die zuständigen Ausschüsse verwiesen.
Mit dem Antrag soll die Stadtverwaltung prüfen, ob künftige Ausschreibungen für Schul- und Kitaessen in städtischer Trägerschaft in eine größere Anzahl von Losen aufgeteilt werden können. Ziel ist es nach Angaben der Antragsteller, mehr Wettbewerb zu ermöglichen, regionale Wertschöpfung zu stärken und kleineren Unternehmen bessere Beteiligungschancen einzuräumen.
Hintergrund ist die derzeitige Ausschreibungspraxis. Nach Einschätzung von Grüne/Linke und SPD kommen wegen der vergleichsweise geringen Zahl von Losen vor allem große Catering-Unternehmen mit entsprechend hoher Produktionskapazität zum Zuge. Kleinere und regionale Anbieter hätten häufig kaum realistische Chancen, sich erfolgreich an den Vergabeverfahren zu beteiligen.
Die Ratsgruppen sehen in einer stärkeren Losaufteilung die Möglichkeit, den Wettbewerb zu öffnen. Regionale Betriebe könnten ihre Stärken insbesondere durch kurze Lieferwege, eine enge Zusammenarbeit mit Erzeugern aus der Region sowie eine flexible und bedarfsgerechte Versorgung einbringen.
„Wir möchten prüfen lassen, ob wir durch eine andere Struktur der Ausschreibungen mehr regionalen Unternehmen die Möglichkeit geben können, sich an der Versorgung unserer Schulen und Kitas, in städtischer Trägerschaft, zu beteiligen. Das stärkt die lokale Wirtschaft, verkürzt Lieferwege und kann zugleich positive Auswirkungen auf Regionalität, Qualität und Frische der angebotenen Mahlzeiten haben“, erklärt Christian Gailus, Gruppenvorsitzender von Grüne/Linke im Rat der Stadt Lehrte.
Der Antrag sieht keine Vorfestlegung vor. Die Verwaltung soll vielmehr die Vor- und Nachteile einer stärkeren Losaufteilung untersuchen. Dazu gehören mögliche Auswirkungen auf Verwaltungs- und Koordinierungsaufwand, Preisstrukturen, Versorgungssicherheit, Qualität und Wettbewerb.
„Uns geht es um eine sachliche Prüfung und eine belastbare Entscheidungsgrundlage. Wenn wir regionale Wertschöpfung, Wirtschaftlichkeit und eine hochwertige Versorgung unserer Kinder besser miteinander verbinden können, sollten wir diese Chance nutzen. Die Stadt Lehrte sollte alle Möglichkeiten prüfen, um den Wettbewerb zu stärken und regionalen Anbietern faire Beteiligungschancen zu eröffnen“, sagt Maren Tomschke, Fraktionsvorsitzende der SPD.
Die Ergebnisse der Prüfung sollen dem Rat der Stadt Lehrte anschließend als Vorlage zur weiteren Beratung vorgelegt werden. Ziel sei eine ausgewogene Lösung, die eine verlässliche Versorgung sicherstellt und zugleich regionale Betriebe stärker einbindet.
