
Die Energiegenossenschaft Lehrte-Sehnde hat am gestrigen Mittwoch, 29. April 2026, die symbolische Inbetriebnahme ihrer Freiflächen-Photovoltaikanlage in Sehnde gefeiert. Die Anlage entstand auf einer rund 7,5 Hektar großen Fläche zwischen Sehnde und Lehrte an der B443 und verfügt über eine installierte Leistung von 6950 Kilowattpeak.
Künftig soll die Anlage rund 7 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen. Das entspricht nach Angaben der Energiegenossenschaft dem Bedarf von etwa 2000 Haushalten. Insgesamt wurden 11.301 Solarmodule installiert und rund 78 Kilometer Stromleitungen verlegt.
An der Veranstaltung nahmen rund 50 geladene Gäste aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung teil. Unter ihnen waren Lehrtes Bürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender der Energiegenossenschaft, Frank Prüße, sowie Sehndes Bürgermeister und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender Olaf Kruse. Gemeinsam mit den Vorständen Volker Böckmann und Björn Rust wurde die Bedeutung des Projekts für die regionale Energiewende hervorgehoben.
Frank Prüße betonte, das Projekt zeige, was möglich sei, wenn Wirtschaft, Verwaltung und Politik eng zusammenarbeiten. Trotz zahlreicher Herausforderungen sei es gelungen, das Vorhaben erfolgreich umzusetzen. Ein besonderer Dank galt der guten Zusammenarbeit und Unterstützung durch Bürgermeister Olaf Kruse.
Für die Stadt Sehnde entsteht zudem ein direkter finanzieller Mehrwert durch die gesetzlich geregelte Akzeptanzabgabe in Höhe von 0,2 Cent pro erzeugter Kilowattstunde.
Björn Rust von der Energiegenossenschaft unterstrich den genossenschaftlichen Ansatz. Die Energiegenossenschaft sei ein Bürgerprojekt, getragen von Menschen aus der Region und mit klarem Fokus auf regionale Wertschöpfung. „Wenn wir, als Bürgerenergiegenossenschaft die Energiewende nicht vor Ort gestalten, wird sie nicht stattfinden“, sagte Rust.
Bei allen Projekten werde darauf geachtet, die Interessen von Kommunen, Grundstückseigentümern, Pächtern, Umweltverbänden und Bürgern ausgewogen zu berücksichtigen. Auch wirtschaftlich bleibe die Wertschöpfung in der Region. Die Gesamtinvestition von rund 4,4 Millionen Euro wurde nach Angaben der Genossenschaft überwiegend an regionale Unternehmen vergeben. Dazu gehören die REVI Energie GmbH aus Hannover für Projektierung und Installation, die Firma Koopmann aus Sehnde für die Trafostationen sowie die Firma Wirth aus Arpke für die Zaunanlage.
Seit ihrer Gründung im Jahr 2010 auf Initiative der damaligen Lehrter Bürgermeisterin Jutta Voß, gemeinsam mit der Volksbank Hildesheim-Lehrte-Pattensen und den Stadtwerken Lehrte, hat sich die Genossenschaft kontinuierlich weiterentwickelt. Heute engagieren sich fast 1000 Bürger. Das Eigenkapital ist auf mehr als 8,2 Millionen Euro angewachsen.
Bisher wurden Photovoltaikanlagen auf Dachflächen mit einer Leistung von rund 4,6 Millionen Kilowattstunden realisiert. Mit den beiden Freiflächenanlagen sind es insgesamt bereits 16,2 Millionen Kilowattstunden.
Der Ausbau erneuerbarer Energien soll konsequent fortgesetzt werden. Aktuell plant die Genossenschaft sieben weitere Freiflächen-Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von rund 60 Megawatt sowie zusätzliche Projekte mit Partnern und Beteiligungen an Windenergieanlagen.
„Um diese Ziele zu erreichen, braucht es weiterhin Kapital aus der Region“, erklärte Vorstand Volker Böckmann. Bereits ab 500 Euro sei eine Beteiligung möglich. In der Vergangenheit lagen die Dividenden nach Angaben der Genossenschaft bei drei bis vier Prozent.
Interessierte können sich wegen einer Mitgliedschaft an Heike Benecke von der Volksbank unter Telefon 05132/828123 oder per Mail an heike.benecke@vb-eg.de wenden.
Bürgermeister Frank Prüße rief abschließend dazu auf, die Energiewende weiterhin aktiv zu unterstützen und die regionale Entwicklung gemeinsam voranzutreiben. Die Energiegenossenschaft sei bereit, diesen Weg konsequent weiterzugehen, gemeinsam mit den Bürgern der Region.
