DRK Lehrte ordnet Kleiderkammer neu und kritisiert unerlaubte Müllablagerungen

DerContainer für die Kleiderspende wird zur illegalen Müllentsorgung missbraucht.

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Lehrte ordnet die Abläufe rund um seine Kleiderkammer und die „Kellerboutique“ neu. Grund dafür ist nach Angaben des Ortsvereins eine deutlich zunehmende Belastung durch unbrauchbare Kleidung und andere Gegenstände, die vor dem historischen DRK-Zentrum in der Ringstraße abgestellt werden. Was eigentlich als solidarische Unterstützung für Menschen in Not gedacht ist, werde für die ehrenamtlichen Helfer zunehmend zur Belastungsprobe.

Seit der Schließung der öffentlichen Altkleidercontainer in Lehrte habe sich die Situation nach Angaben des DRK deutlich verschärft. Inzwischen landeten rund zwei Tonnen Müll pro Monat vor dem Rotkreuzhaus. Für ein Team, das seine Freizeit einsetzt, um Menschen in schwierigen Lebenslagen zu unterstützen, sei diese Entwicklung kaum noch zu bewältigen. Neben der zusätzlichen körperlichen Arbeit entstünden dem gemeinnützigen Verein erhebliche Entsorgungskosten. Dieses Geld fehle anschließend für soziale Projekte.

Der Ortsverein weist darauf hin, dass ausschließlich tragfähige, saubere, gewaschene und gefaltete Kleidung angenommen werde. Tatsächlich würden jedoch immer häufiger Säcke mit verschmutzter, beschädigter oder völlig unbrauchbarer Kleidung abgestellt, vor allem außerhalb der Öffnungszeiten. Zunehmend fänden die Ehrenamtlichen auch Gegenstände, die mit Kleiderspenden nichts zu tun hätten. Dazu gehörten defektes Spielzeug, Kleinmöbel und zuletzt sogar ein rund ein Meter großes Kruzifix.

Für die Helfer, die unbezahlt und häufig nach Feierabend oder am Wochenende tätig sind, sei dieses Verhalten nicht nur ärgerlich, sondern auch entmutigend. „Wer seinen Müll anonym vor unserer Tür ablädt, zeigt eine erschreckende Respektlosigkeit gegenüber ehrenamtlichem Engagement“, heißt es aus dem Ortsverein. „Wir möchten Menschen in Not helfen – nicht die Versäumnisse anderer entsorgen.“

Um die Situation zu stabilisieren, setzt das DRK Lehrte nun mehrere verbindliche Änderungen um. Der Altkleidercontainer auf dem Gelände wird außer Betrieb genommen, weil er zuletzt nach Angaben des Ortsvereins fast ausschließlich als Abladepunkt für Müll missbraucht worden sei. Außerdem wird die Kameraüberwachung erweitert. Dokumentierte Fälle unerlaubter Müllentsorgung sollen künftig konsequent zur Anzeige gebracht werden.

Kleiderspenden werden künftig nur noch persönlich zu festen Annahmezeiten entgegengenommen und direkt geprüft. Ware, die nicht brauchbar ist, muss wieder mitgenommen und privat entsorgt werden. Damit will das DRK sicherstellen, dass die Spenden tatsächlich den Menschen zugutekommen, für die sie gedacht sind.

Zur besseren Erreichbarkeit werden die Annahmezeiten deutlich ausgeweitet. Kleiderspenden können dienstags von 9 bis 11 Uhr, donnerstags von 9:30 bis 11:30 Uhr sowie donnerstags zusätzlich von 15 bis 17 Uhr abgegeben werden. Die Verkaufszeiten der Kellerboutique bleiben unverändert. Geöffnet ist dienstags von 9 bis 11 Uhr sowie an jedem ersten und dritten Freitag im Monat von 13 bis 15 Uhr.

Trotz der zusätzlichen Belastung bleibt das Team nach Angaben des Ortsvereins hochmotiviert. Viele Ehrenamtliche engagieren sich seit Jahren oder Jahrzehnten. Sie sortieren Kleidung, beraten Menschen in schwierigen Lebenslagen und schaffen mit ihrer Arbeit Momente der Würde. „Wir freuen uns über jede helfende Hand – ob bei der Annahme, Sortierung oder im Verkauf“, betont der Ortsverein.

Eine Gelegenheit, die Arbeit des DRK Lehrte kennenzulernen, bietet das Jubiläumsfest zum 120-jährigen Bestehen des Rotkreuzhauses am 9. Mai. Besucher erhalten dort Einblicke in die Abläufe der Kleiderkammer, die soziale Bedeutung der Kellerboutique und die vielfältigen Aufgaben des Ortsvereins. Der Ortsverein möchte dabei auch deutlich machen, wie wichtig verantwortungsvolle Spenden und ehrenamtliche Unterstützung für die soziale Arbeit vor Ort sind.

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