
Die Stadt Lehrte informiert über die Evaluation und Weiterentwicklung der alltagsintegrierten Sprachbildung in den drei städtischen Kindertagesstätten Drosselweg, Hohnhorstweg und Marktstraße im Zeitraum vom 1. Juli 2023 bis 1. Juli 2025 und basiert auf der Abschlussdokumentation des Bundesprogramms „Sprach Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“.
Die sprachliche Bildung wird in allen drei Kitas als grundlegendes pädagogisches Prinzip im Alltag verankert und nicht als zusätzliches Förderangebot verstanden. Sprache entsteht demnach in Beziehung, Handlung und gemeinsamem Erleben, was sich als gemeinsames pädagogisches Verständnis zeigt, auch wenn die Einrichtungen unterschiedliche fachliche Schwerpunkte entwickelt haben. So arbeitet die Kita Drosselweg unter anderem mit der reflexionsorientierten Marte-Meo-Methode und setzt digitale Wortschatzwerkzeuge ein, während die Kita Hohnhorstweg besonders erzählerische und literale Zugänge fördert, zum Beispiel durch Kamishibai oder Tonieboxen. Die Kita Marktstraße verfolgt hingegen partizipative und inklusive Ansätze, die Selbstbestimmung sowie unterstützende Kommunikationsformen wie Gebärden und Metacom-Symbole betonen.
Die Evaluation zeigt, dass die zusätzlichen Sprachfachkräfte eine zentrale Rolle bei der Professionalisierung der Teams, der Etablierung verbindlicher Reflexionsstrukturen und der Förderung der Beziehungsqualität spielen. Ihre multiprofessionelle Zusammenarbeit mit Heilpädagogik, Elternbegleitung und Leitung hat zur nachhaltigen Integration sprachbildender Routinen und Materialien in den pädagogischen Alltag beigetragen. Zudem werden Übergänge in die Grundschule systematisch begleitet, wobei die Form und Intensität der Kooperationen mit den Schulen standortabhängig unterschiedlich ausgeprägt sind.
Allerdings wird auch deutlich, dass die erreichten Qualitätsstandards zwar belastbar, jedoch nicht selbsttragend sind. Wesentliche Herausforderungen ergeben sich durch die derzeit projektgebundene und befristete Finanzierung der Sprachfachkraft-Stellen, die zu Unsicherheiten und erschwerten Entwicklungsperspektiven führen. Die Gefahr eines Rückgangs der Interaktionsqualität, der Teamreflexion und der pädagogischen Kontinuität nach Förderende besteht, was sich unmittelbar nachteilig auf die Kinder auswirken würde. Der Bericht hebt hervor, dass nachhaltige Sprachbildung zwingend eines personellen und strukturellen Sicherungsrahmens bedarf, damit Kinder stabile Beziehungen und umfassende sprachliche Begleitung erfahren können.
Die Auswertung untermauert die Relevanz der alltagsintegrierten Sprachbildung als zentrale Säule für Chancengerechtigkeit, Teilhabe und frühe Bildungsqualität. Trotz sozial herausfordernder Rahmenbedingungen gelingt es den Teams, den Kindern eine wertschätzende, dialogische und inklusive Lernumgebung zu bieten. Die Verwaltung empfiehlt daher die Fortführung der Sprachfachkraft-Stellen als unverzichtbaren Baustein der Qualitätsentwicklung in Lehrter Kindertagesstätten und stellt die umfangreiche Dokumentation als Anlage zur Verfügung.
Ausführliche Informationen stehen in den Ratsunterlagen zur Verfügung: Anlage 1 – Qualitätsbericht Sprachkitas 2025 , Anlage 2 – Auswertungstabelle der Rückmeldungen aus den Sprachkitas , Informationsvorlage ohne Haushalt.
