
„Nicht die Großereignisse sind unsere Herausforderung, sondern die ständige Einwirkung in den Alltag“ – mit diesen Worten beschrieb Ortsbrandmeister Marc Wilhelms die Situation der Freiwilligen Feuerwehr Lehrte bei der Jahreshauptversammlung am gestrigen Sonnabend, 14. Februar 2026, in der Fahrzeughalle der Ortsfeuerwehr an der Schützenstraße. 325 Einsätze bedeuteten gegenüber 2024 einen Zuwachs von neun Prozent – „ein Niveau, das die Freiwillige Feuerwehr Lehrte deutlich gefordert hat“. Ortsbrandmeister Wilhelms und sein Stellvertreter Stephan Keil begrüßten rund 150 Gäste.
Unter den Anwesenden waren Lehrtes Bürgermeister Frank Prüße und Mitglieder des Stadtrates, die Landtagsabgeordneten Thordies Hanisch (SPD) und Heike Koehler (CDU) sowie Pastorin Gesa Steingräber-Broder. Aus der Feuerwehr kamen Regionsbrandmeister Sebastian Osterwald, der stellvertretende Brandschutzabschnittsleiter Tim Herrmann, Stadtbrandmeister Hendrik Voges sowie seine Stellvertreter Jens Dannenbring und Fabian Meyer. Zudem waren Vertreter der Lehrter Ortsfeuerwehren sowie Abordnungen von THW, DRK-Ortsverein, DLRG und Polizei anwesend. Eine Abordnung der Freiwilligen Feuerwehr Staßfurt mit Ortsbrandmeister Steffen Aermes war ebenfalls gekommen. Für die Bedienung sorgten Kräfte der Ortsfeuerwehr Ahlten.
Einsatzzahlen: Drittes Jahr mehr als 300 Einsätze – Fehlalarme belasten
Wilhelms berichtete: „2025 war in Bezug auf Einsätze ein unspektakuläres Jahr. Keine Unwetter, zwei Großbrände. Aber die Einsatzbelastung, die Belastung des Ehrenamtes, hat erneut zugenommen.“ 325 Einsätze nach 307 im Vorjahr bedeuteten eine weitere Steigerung – das dritte Jahr in Folge sind es mehr als 300 gewesen. „1997 waren es das letzte Mal so viele gewesen, danach kam eine Phase mit deutlich geringeren Zahlen mit um die 200.“
Besonders ins Gewicht falle, dass es 107 Fehlalarme gab. Die Einsatzzahlen träfen auf eine veränderte Arbeitswelt. „Die Erwartungshaltung ist: Hilfe sofort verfügbar, professionell und fehlerfrei. Nicht allen ist bekannt, dass wir keine Berufsfeuerwehr sind, sondern Freiwillige. Das merken wir an Reaktionen der Bürger.“
Die Einsatzabteilung leistete 8.895 Stunden – 2.000 mehr als im Vorjahr. „Das sind rund 100 Stunden pro Einsatzkraft über das Jahr gewesen“, rechnete Wilhelms vor. Der Schwerpunkt lag mit 55 Prozent auf technischer Hilfeleistung. Deutlich gestiegen seien Verkehrsunfälle, Fahrzeugbrände und Brandmeldeanlagen. Die Zahl der Fahrzeugbrände stieg um 45 Prozent auf 69 im gesamten Jahr. Auch eCall und automatische Alarmierungen hätten sich mehr als verdoppelt – auf 15 Mal.
Wilhelms führte durch das Jahr: Der erste Einsatz kam, als 2025 erst neun Minuten alt war – einer von mehreren Papierkorbbränden. Am Neujahrstag folgte abends ein Gebäudebrand in einem Reihenmittelhaus mit einem Zimmer im Vollbrand. Am 15. Januar gab es vier Einsätze – „manchmal kommt es gebündelt“, zwei Verkehrsunfälle in der Kernstadt innerhalb von 20 Minuten. Der Januar endete mit 31 Einsätzen. Am 8. Februar hatte „jemand wohl Langeweile oder Sehnsucht nach uns“ – drei Containerbrände. Der Februar war mit 23 Einsätzen etwas ruhiger.
Im März gab es 22 Einsätze, davon sechs an einem Tag am 26. März: Containerbrände, drei Fehlalarme, „eine komplette Containerinsel abgebrannt“. Am 19. März ereignete sich ein schwerer Verkehrsunfall, ein Lkw lag quer auf der Autobahn 2.
Am 5. April brannte ein Stromkasten an der IGS, zeitgleich musste die Drehleiter nach Sehnde. Es folgten viele Verkehrsunfälle in der Kernstadt. Der Mai brachte 27 Einsätze, darunter elf Verkehrsunfälle in der Kernstadt. Am 23. Mai gab es eine besonders kuriose Meldung: „Eingeklemmte Person im Zug“ – jemand war in einer Armlehne eingeklemmt, die Airpods waren runtergefallen. Es wurden eine Gepäckablage und Sitze demontiert sowie Armlehne mit Säbelsäge durchgesägt, nach 1,5 Stunden aus misslicher Lage befreit.
Der Juni brachte 31 Alarmierungen. Zudem wurde die Grundausbildung QS1 abgeschlossen – 26 Teilnehmer aus dem Stadtgebiet, von der Ortsfeuerwehr Lehrte waren zwei erfolgreich.
Der einsatzreichste Monat war der Juli mit 34 Einsätzen. Am 4. Juli gab es einen Küchenbrand in einem Mehrfamilienhaus. „Ein wahres Inferno bot sich in der Gartenkolonie am Fuhrenweg“ – mehrere Gartenlauben im Vollbrand, Funkenflug, die Alarmstufe wurde auf B3 erhöht. Sieben C-Rohre und zwei B-Rohre waren im Einsatz, die Ausbreitung wurde verhindert. „Es war ein massiver Atemschutzeinsatz. Zudem befanden sich etwa 20 Gasflaschen auf dem Gelände, die den Flammen ausgesetzt waren.“
Der August brachte 28 Einsätze. Von elf Tierrettungseinsätzen im gesamten Jahr fielen drei in den August. Beispielhaft für kuriose Alarme waren ein Kater in der Dachrinne sowie ein Vogel mit gebrochenem Bein.
Beim Thema Fitness äußerte Wilhelms einen Wunsch: „Ich wünsche mir, dass gezieltes Fitnesstraining für Atemschutzgeräteträger anerkannt wird. In der Feuerwehr Laatzen gibt es beispielsweise Zuschüsse.“
Der September hatte 30 Einsätze, hervorzuheben ein Mittelbrand in der Europastraße. Der Oktober brachte 23 Einsätze, viele Fahrzeugbrände. Zudem wurde ein Oktoberfest durchgeführt – „Rückmeldungen: ein gelungener Abend, der wiederholt werden darf“.
Im November dominierten Türöffnungen sowie Brandmeldeanlagen und Rauchwarnmelder. Am 23. November „wurden Erinnerungen wach“: ein Laubenbrand. Der Dezember endete mit einem Großbrand am 26. Dezember an der Raststätte Lehrter See – ein Transporter brannte, zwei nebenstehende Sattelzüge waren ebenfalls betroffen.
Die Bilanz: „Eines der arbeitsreichsten Jahre der letzten Zeit.“
Personalsituation: Zehn Wechsel im Kommando – „Mammutaufgabe Zusammenhalt“
Die Mitgliederzahlen blieben weitgehend stabil: 84 Einsatzkräfte (minus fünf), 38 Kinderfeuerwehr, drei Fachberater, 42 Jugendfeuerwehr, 12 in der Altersabteilung. „Unsere Stabilität ist unsere Stärke“, betonte Wilhelms.
Der Bedarfsplan 2020 hatte 110 Einsatzkräfte gefordert – „das haben wir vermutlich nie erreicht und werden es auch nie erreichen“. Wichtiger sei, „dass das Personal, das wir haben, möglichst zu 100 Prozent einsatzfähig ist – und keine Karteileichen beinhaltet“.
Wilhelms analysierte: „Das Ehrenamt hat sich in den letzten Jahren spürbar verändert, damit auch die Rahmenbedingungen. Sich zu engagieren ist sicherlich noch da, aber die Art und Weise ist anders – viele setzen sich nur noch zeitlich begrenzt oder projektbezogen ein. Eine längere Bindung im Ehrenamt wird weniger. Familie und Beruf, alles hat sich verdichtet, die verfügbare Zeit wird weniger.“
Er beobachte, „dass die beruflichen Belastungen steigen, er höre aus allen Branchen, dass die Belastung steigt. Überall gebe es nicht genügend Personal und hohe Krankenstände, Aufgaben verdichten sich. Dass Doppelschichten normal geworden sind, ist verheerend. Die Herausforderung, Berufliches und Familie zu koordinieren, wird immer schwieriger – Feuerwehr wird dann zur Gratwanderung.“
Die Einsatzabteilung sei motiviert, „aber deren Zeitfenster werden immer kleiner“. Die Einsatzzahlen träfen auf diese veränderte Arbeitswelt.
2025 war „in personeller Hinsicht ein außergewöhnliches Jahr“ – beide Zugführer wurden neu besetzt, ein stellvertretender Zugführer und Gruppenführer, Marco Beimes gab im März als stellvertretender Ortsbrandmeister sein Amt zur Verfügung, das von Stephan Keil übernommen wurde. „Zehn Wechsel im Kommando – in dieser Größenordnung hatten wir das seit vielen Jahren nicht.“ Das zeige „sehr deutlich: es gab einen sauberen Übergang und stabile Strukturen“.
Für 2026 gelte: „Den Zusammenhalt weiter festigen – ich kann versichern, das ist eine Mammutaufgabe.“ Bei der Ausbildung müsse der Standard erhalten bleiben. „Unsere Feuerwehr lebt davon, dass unterschiedliche Altersstufen miteinander arbeiten – junge, neue und erfahrene ältere. Dieses Zusammenspiel trägt unsere Feuerwehr.“
Die Austritte seien „ärgerlich, aber unvermeidlich“ gewesen – es gebe wenig Wohnraum oder auch berufliche Gründe für Austritte. „Das konnten wir kompensieren, wird hatten auch Zugänge zu verzeichnen.“
150 Jahre Ortsfeuerwehr, 75 Jahre Jugendfeuerwehr – Nachwuchsarbeit trägt Früchte
Wilhelms würdigte die Nachwuchsarbeit: „Gerade unsere Nachwuchsarbeit zeigt Wirkung sehr deutlich. Damit das Potential sich entwickeln kann, braucht es erfahrene Kräfte. Unsere Kinder- und Jugendfeuerwehr trägt maßgeblich dazu bei, dass Nachwuchs vorhanden ist. Zeitweise gab es Wartelisten – das zeigt, wie attraktiv unsere Nachwuchsarbeit ist. Es gibt aber organisatorische Grenzen.“
Er dankte: „Ohne Unterstützung unserer Partner würde es nicht funktionieren. Die sind es, die im Hintergrund alles mittragen und uns den Rücken freihalten. Das verdient unseren Dank, ohne sie wäre unser gemeinsamer Erfolg nicht möglich.“ Unter Applaus sagte er: „Gebt den Dank bitte weiter.“
Auch dem Förderverein und Sponsoren gelte Dank. „2026 im Jubiläumsjahr müssen wir dreimal hinschauen, wo das Geld ausgegeben wird. Bin überzeugt, dass wir Wege finden, das Ehrenamt zu fördern.“
Kinderfeuerwehrwartin Nicole Höhne berichtete: Die Kinderfeuerwehr startete mit 43 Mitgliedern (15 Mädchen, 28 Jungen) und sieben Betreuern. Im Jahresverlauf wurden acht Kinder an die Jugendfeuerwehr übergeben, neun traten aus. Ende 2025 waren es 38 Kinder (16 Mädchen, 23 Jungen). Insgesamt 1.458 Dienststunden wurden geleistet, 25 Flämmchen in vier Stufen abgenommen.
Zu den Highlights gehörten der Besuch der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Burgdorf, des Bundesverbands der Rettungshunde, der Tauchergruppe und des THW. Es gab Spiele ohne Grenzen, den Schützenausmarsch, einen Laternenumzug zu Halloween sowie Ende November den Jahresabschluss mit Flämmchenabnahme. „Mit sieben Betreuern war es zum Teil mit Warteliste nicht mehr zu bewerkstelligen“, so Höhne. Sie dankte Betreuern, Aktiven und dem Förderverein.
Jugendfeuerwehrwart Carsten Rohland berichtete anhand von Bildern: Jugendfeuerwehr-Ausbilder und Kinderfeuerwehr-Betreuer machten einen Kletterschein. Es gab einen Orientierungsmarsch und als erstes Highlight die erstmals stattgefundene Übung der Stadtjugendfeuerwehr.
„Das eigentliche Highlight“ war die Fahrt nach Ypern in Belgien, „um die Freundschaft wieder aufleben zu lassen“. Weitere Höhepunkte: Teilnahme am Stadtzeltlager in Arpke, Sommerzeltlager auf dem Campingplatz Krautsand bei Stade, Fahrradrallye Immensen.
Die 42 Jugendlichen leisteten 8.990 Stunden. Dazu kamen 3.770 Stunden der Ausbilder plus 700 Stunden von Mitgliedern der aktiven Wehr – insgesamt 13.460 Stunden in 160 Dienstveranstaltungen. Zudem wurden Jugendflamme 1 und 2, Leistungsspange und Jugendflamme Stufe 3 absolviert.
„Drei Jugendfeuerwehrmitglieder, die heute in die Einsatzabteilung übergeben werden, haben alle Auszeichnungen erhalten, die man in der Jugendfeuerwehr erreichen kann“, so Rohland.
Wilhelms zeigte sich beeindruckt: „Finde ich beeindruckend, was vorgetragen und geleistet wurde.“
Feuerwehrbedarfsplan: 75 statt 110 Einsatzkräfte – GW-N muss ersetzt werden
Wilhelms äußerte sich ausführlich zum Feuerwehrbedarfsplan: „Zu zwei wesentlichen Punkten müssen wir dem Planer sehr dankbar sein.“ Erstens die Personalstärke: „75 Aktive sind nun gefordert – von einem Moment auf den anderen vom dunkelroten in den grünen Bereich. Mir ist unklar, welche Gefahren sich reduziert haben, aber das sind nun 30 Prozent weniger. Dieser Wert ist wesentlich realistischer als aus dem Gutachten 2020 mit 110 Einsatzkräften.“ Auch die geforderten 30 Atemschutzgeräteträger (minus 50 Prozent gegenüber Vorplan) könne man stellen.
Zweitens: „Was mich ebenfalls zufrieden stimmt: Der Planer hat bemerkt, dass wir keine Berufsfeuerwehr sind.“ Die Schutzziele seien vorher auf Berufsfeuerwehren bezogen gewesen – acht Minuten nach Alarmierung mit neun Mann vor Ort. „In vielen Fällen unmöglich, da wir nicht in der Feuerwache wohnen.“ Die Eintreffzeiten würden nun an die Gegebenheiten angepasst – zehn Minuten für dichte Bebauung.
Ein zweiter Standort im Lehrter Süden klinge nach Verbesserung, bedeute aber auch „enormen organisatorischen Aufwand“. Beide Standorte müssten zuverlässig besetzt, die Alarm- und Ausrückeordnung angepasst, Ausbildung und Geräte aufgeteilt werden. „Das würde personelle Ressourcen belasten, ein zweiter Standort ist zudem auch finanziell eine Herausforderung. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, Entscheidungen auf Leistungsdaten basieren zu lassen. Wir erfüllen die Leistungsziele überwiegend.“
Zum Gerätewagen Nachschub (GW-N) wurde Wilhelms deutlich: „Wir brauchen ein leistungsfähiges Fahrzeug. Für Ausbildung, Jugendfeuerwehr und Kinderfeuerwehr sind wir auf ein solches angewiesen. Ohne verlässliche Logistik geht es nicht. Ich mache klar und deutlich: Wenn unser GW-N außer Dienst geht, muss er ersetzt werden!“ Dem schloss sich großer Applaus an.
Fitnesstraining-Lösung in greifbarer Nähe – „Konstruktive Diskussion in Feuerwehr führen“
Bürgermeister Frank Prüße lobte: „Ihr führt eine sehr, sehr erfolgreiche Wehr mit 84 in der Einsatzabteilung.“ Er dankte der Kinderfeuerwehrwartin und dem Jugendfeuerwehrwart: „Ihr macht eine hervorragende Arbeit hier, das ist die Zukunft einer Feuerwehr. Ganz, ganz herzlichen Dank an euch.“
Zum Fahrzeugbestand sagte er: „Ersatzbeschaffung für 2028 sowohl HLF-B als auch HLF-T geschätzt so 675.000 Euro. Da kommen gute neue Fahrzeuge nach, das ist, glaube ich, unstrittig. Die Stadt lässt es sich was kosten, und das ist auch richtig so, dass ihr vernünftig ausgestattet seid.“
Die persönliche Schutzausstattung für heiße Tage – leichte Brandbekämpfungskleidung – sei „eine gute und wichtige Anschaffung“. Man treibe die Digitalisierung der Feuerwehr voran. „Was mir persönlich am Herzen liegt, ist die Ausbildung – da sind wir auf gutem Weg.“
Zur Bedeutung der Feuerwehr sagte Prüße: „Ihr seid wichtig für Lehrte, nicht nur Brandschutz, sondern auch Erfahrung, die wir in den nächsten Jahren brauchen. Die Zeiten sind nicht mehr so stabil, wir werden uns umstellen müssen – Aufbau von Krisenstäben, Bevölkerungs- und Zivilschutz. Da müssen wir stark mit euch zusammenarbeiten und zählen auf eure Erfahrungen. Ich möchte hier keine Panik machen, aber wie heißt es: ‚Bereite dich auf das Schlimmste vor, erwarte das Beste, und nimm, was kommt'“.
Zum Fitnesstraining: „Kann es nicht verstehen, dass Kooperation mit den Sportvereinen nicht zustande gekommen ist. Eigentlich war man auf gutem Weg.“ Er schlug eine Regelung für die gesamte Stadtfeuerwehr vor – „nicht nur in Lehrte haben wir Atemschutzgeräteträger, sondern in jeder Ortswehr. Da sollten wir vielleicht ansetzen.“ Prüße nannte mehrere Lösungsvorschläge: „Erstens: Die Ausstattung des Fitnessraumes hier mit Geräten – das ist auf Dauer sicherlich die günstigste, vom Invest her aber die teuerste. Zweitens: Wir arbeiten dran, eventuell mit Anbietern wie Hansefit, wo man solche Möglichkeiten des Fitnesstrainings hat. Das Vorgehen in Laatzen – das nehme ich mal mit, da werden wir uns mal zusammensetzen und eine Lösung finden.“
Zum Feuerwehrbedarfsplan: „Was steckt dahinter? Es ist ein Gutachten eines Sachverständigen, der seine persönliche Expertise abgibt, mit Daten und Fakten untermauert – womit diese Feuerwehren in Lehrte minimal ausgestattet sein müssen, um es auf einen Punkt zu bringen. Muss auf Daten und Fakten basieren.“ Prüße bat: „Ich halte nichts davon, wenn wir diese Diskussion nicht im Bereich Feuerwehren führen, sondern in politischen Gremien. Wenn wir den Feuerwehrbedarfsplan in jeden Ortsrat einbringen, werden wir kein Ergebnis bekommen – die Ortsräte werden die besten Ergebnisse für ihre Ortsfeuerwehr rausholen wollen. Dann haben wir kein Sachergebnis mehr, sondern ein politisches. Ich möchte darum bitten, diese Diskussion zu führen – dann muss es in die Feuerwehr zurück, da muss es diskutiert werden. Die konstruktive Diskussion muss genau da geführt werden.“
Die Landtagsabgeordnete Thordies Hanisch (SPD) überbrachte „Grüße des Niedersächsischen Landtages. Was ihr leistet, ist unbezahlbar. Ausgerechnet auf die Steuer – dann hätten wir eine große Steuerdiskussion. Vielen Dank, bin begeistert, wie viele bereit sind, sich für andere einzusetzen. Hier wird nicht nur geredet, sondern auch angepackt“ – ein Vergleich zu sozialen Medien. „150 Jahre – darauf könnt ihr stolz sein. Feiert 150 Jahre Einsatz für Lehrte.“
Die Landtagsabgeordnete Heike Koehler (CDU) war zum ersten Mal bei der Jahreshauptversammlung Lehrte. „Die Berichte haben gezeigt, wie vielfältig und anspruchsvoll die Einsätze waren. Für viele ist es selbstverständlich, es ist aber hochprofessionelle Arbeit im Ehrenamt.“ Zur Ausbildung sagte sie: „Die Ausbildungsmotivation reicht so nicht, es braucht verlässliche Lehrgangsangebote.“ Sie habe eine Kleine Anfrage im Landtag gestellt. „Gute Ausbildung ist keine Kür, sie ist Voraussetzung für Sicherheit. Danke für euren Einsatz und Kameradschaft, Bereitschaft, Verantwortung für uns zu übernehmen – auch an die Familien und Unterstützer im Hintergrund. Es ist schön, dass es euch gibt.“
Ekkehard Bock-Wegener (stellvertretend für die SPD-Ratsfraktion) betonte: „Diese ganzen Einsätze zu erledigen, das erfordert Fachkompetenz und Verlässlichkeit. Es ist großartig, verdient Dank und allergrößten Respekt.“ Zur Nachwuchsarbeit betonte er: „In Kinder- und Jugendfeuerwehr werden Schlüsselkompetenzen für das ganze Leben vermittelt: Teamgeist, Hilfsbereitschaft, Respekt, Verlässlichkeit und die Grundregeln demokratischen Handelns.“
„Wir brauchen funktionsfähige Feuerwehren. In Zukunft wird es mehr denn je Extremwetterereignisse geben. In Zukunft muss alles, was nötig ist, getan werden für eine gute Ausstattung der Feuerwehr. Es ist und bleibt eine Pflichtaufgabe – in Rat und Verwaltung gibt es meines Erachtens nach niemanden, der das anders sieht.“ Zum Feuerwehrbedarfsplan: „Die Hinweise aus der Praxis werden uns wichtig sein.“
Alicia Werner (CDU-Ratsfraktion) betonte: „Nachwuchsarbeit ist wichtige Zukunftssicherung.“
Regionsbrandmeister Sebastian Osterwald sagte: „Wir brauchen moderne und verlässliche Ausbildungsstätten. Dazu gehört aber auch die Art und Weise, wie wir unsere Standortausbildung machen.“ Es habe Schwierigkeiten bei der modularen Grundlagenausbildung gegeben. „Wir brauchen die Kombination aus erfahrenen Ausbildern und stückweit modernen Lernmethoden, um die notwendige Ausbildung machen zu können. Es war holprig, da muss man ehrlich zu sich selbst sein. Gebt uns die Chance zu lernen, ich glaube, wir sind auf gutem Wege. QS3 können wir im zweiten Halbjahr anbieten, den Stau abbauen.“
Stadtbrandmeister Hendrik Voges würdigte: „Seit 1876 stehen hier in der Kernstadt Menschen auf, wenn andere schlafen, lassen alles stehen und liegen und stellen sich in den Dienst der Allgemeinheit. Jede Menge Zeit, die neben Beruf und Familie investiert wird.“ Er erinnerte: „2003 wurde in Lehrte die erste Kinderfeuerwehr gegründet. Diese hat sich gut entwickelt – es gibt begeisterte Kinder.“ Die Umstellung stadtweit auf CFK-Flaschen und Rescue Tablets seien erfolgt.
Zum Fitnesstraining: „‚Fit for Firefighting‘ – da rennst du (Marc Wilhelms, die Red.) bei mir offene Türen ein. Im gesamten Stadtgebiet haben wir Bedarf. Fitness ist wichtig für die Königsdisziplin in der Feuerwehr, der Einsatz unter Atemschutz.“
„Die gute Ausstattung ist ohne Rat und Verwaltung nicht möglich, vielen Dank hierfür. Alles hilft nicht, wenn es nicht euch gäbe, die ausrücken, wenn der Melder geht. Wäre nicht möglich ohne den Support der Familien und Partner.“
Andreas Klingberg vom DRK sprach für die Hilfsorganisationen: „Die Zusammenarbeit ist sehr viel besser hier, als was ich aus anderen Städten kenne. Man lernt sich kennen und schätzen, man vertraut sich. Gipfelt darin, dass man vertrauensvoll in Einsätzen zusammenarbeitet – das zeichnet uns in Lehrte aus, nicht wie es in anderen Kommunen zum Teil ist. Da bin ich stolz auf uns, auf die Blaulichtfamilie. Ich hoffe, das geht so weiter.“
Als Erster Vorsitzender des Fördervereins berichtete Klingberg: 337 Mitglieder, „entwickelt sich recht erfreulich auf stabilem Niveau“. Der Verein finanzierte Kletterausrüstung für die Jugendfeuerwehr (rund 3.000 Euro), 7.000 Euro für Sicherheitsschuhe (nicht Einsatzstiefel, die kommen von der Stadt) für die Einsatzabteilung, 1.300 Euro für die Einrichtung des Raums für Kinder- und Jugendfeuerwehr sowie einen Zuschuss zur Belgienfahrt. Zudem gab es Beteiligung beim Stadtfest und Weihnachtsmarkt.
„Spenden laufen nicht mehr so üppig wie vor Jahren mal. Ansprüche werden höher, Preise steigen, die Bedarfe werden immer höher. Können nicht mehr alles erfüllen, müssen auch mal ablehnen.“
Pastorin Gesa Steingräber-Broder: „Feuerwehr und Kirche verbindet allerhand, und doch ein Unterschied: Feuerwehr ist geprägt davon, extrem schnell effektiv handeln zu können. So geht es dann auch im Dorfleben – mit Ansage. Die Begeisterung beim Blaulichtgottesdienst am 11. Februar war zu spüren.“
Übernahmen, Ehrungen und Ernennungen
Vier Mitglieder wurden aus der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung übernommen: Alysha Mauersberger, Silas Kirschstein, Lyam Käselau und Philipp Zemke. Drei Einsatzkräfte legten den Feuerwehr-Eid auf die Standarte ab: Joanna Celine Hitz, Tine Funding Sorensen und Ron Heppner.
Zu Feuerwehrfrauen bzw. Feuerwehrmännern wurden ernannt: Joanna Celine Hitz, Tine Funding Sorensen und Ron Heppner. Zum Oberfeuerwehrmann wurden befördert: Fabian Swiontek und Yassin Riahi. Zur Hauptfeuerwehrfrau bzw. zum Hauptfeuerwehrmann wurden ernannt: Benedikt Brüner und Tobias Hempel. Den Dienstgrad Erster Hauptfeuerwehrmann erhielten Oliver Kümmel, Niklas Wetjen und Pascal Thiel. Zu Oberbrandmeistern wurden ernannt: Marcel Burgdorf, Florian Kowarsch und Dirk Siemon.
Das Feuerwehrehrenzeichen des Landes Niedersachsen für 25-jährige aktive Mitgliedschaft in der Feuerwehr erhielten Alexander Gill und Andreas Franke. Die Ehrennadel der Stadt Lehrte für zehnjährige aktive Mitgliedschaft erhielten Jacqueline Reinecke, Marcus Höhne, Niklas Wetjen und Thomas Gräser.
Marc Wilhelms dankte abschließend allen Mitgliedern der Ortsfeuerwehr für die geleistete Arbeit, den Funktionsträgern für die gute Zusammenarbeit, den Familien und Liebsten für das entgegengebrachte Verständnis sowie den Verantwortlichen von Politik, Verwaltung und Stadtkommando. „Das Jubiläumsjahr kann jetzt richtig beginnen. Lasst es uns zu einem unvergesslichen Jubiläumsjahr machen.“ Die Jubiläumswettkämpfe finden am 6. Juni 2026 ab 13 Uhr auf dem Schützenplatz in Lehrte statt.






























