
Der Ausblick auf das Jahr 2026 verspricht gleich drei Jubiläumsfeiern bei der Freiwilligen Feuerwehr Arpke: 125 Jahre Ortsfeuerwehr, 50 Jahre Jugendfeuerwehr und 15 Jahre Kinderfeuerwehr werden gefeiert. Doch auch der Rückblick auf 2025 bot bei der Jahreshauptversammlung am gestrigen Freitag, 6. Februar 2026, vor rund 80 Gästen im Baltheuers Hoff „viele Lichtblicke und ein vielseitiges Dienstjahr“, wie Ortsbrandmeister Carsten Rex betonte. Eine besondere Personalie sorgte für stehenden Applaus: Zugführer Fabian Meyer wurde aus seinem Amt verabschiedet – der Arpker ist nun stellvertretender Stadtbrandmeister und damit der erste Vertreter aus der Ortsfeuerwehr Arpke in dieser Position.


Unter den Gästen waren Lehrtes Bürgermeister Frank Prüße, der Fachbereichsleiter Sicherheit und Ordnung, Michael Großmann, Ortsbürgermeister Klaus Schulz sowie Mitglieder des Ortsrates und Stadtrates. Aus der Reihen der Feuerwehr kamen Brandschutzabschnittsleiter Tobias Jacob, Stadtbrandmeister Hendrik Voges, seine Stellvertreter Jens Dannenbring und Fabian Meyer sowie die Ortsbrandmeister aus Immensen (Meik Zieseniß), Hämelerwald (Christian Mücke), Kolshorn (Reinhardt Rohde) und Steinwedel (Tobias Körner). Auch der stellvertretende Ortsbrandmeister aus Ahlten, Philipp Herl, der Zugführer der Ortsfeuerwehr Lehrte, Florian Kowarsch, sowie Vertreter der Freiwilligen Feuerwehr Kirchrode waren anwesend. Die Ehrenortsbrandmeister Friedel Meyer und Stefan Burgdorf sowie Vertreter von Kirche, Fördervereinen und allen Arpker Vereinen, der Realgemeinde und fördernde Mitglieder waren ebenfalls gekommen. Besonders begrüßte der Ortsbrandmeister die Mitglieder der Einsatzabteilung und Altersabteilung: „Toll, dass es euch gibt“, begrüßte Rex die Gäste.
Fabian Meyer: „Ein langer Weg wird leicht, wenn gute Kameraden mitgehen“
Zugführer Fabian Meyer nutzte seine letzte offizielle Rede in diesem Amt für einen emotionalen Rückblick: „Ein langer Weg wird leicht, wenn gute Kameraden mitgehen.“ Er verzichtete auf Zahlen, Daten und Fakten und nahm die Anwesenden stattdessen „mit auf die Reise unserer gemeinsamen Zeit“.
„Wir stehen hier in Arpke und in der Stadt Lehrte für den Brandschutz und die Hilfeleistung“, sagte Meyer. Die Ortswehr habe als Gemeinschaft und Einheit zusammengearbeitet, „um Fehler nicht nochmal zu machen“. Stolz sei er darauf, dass Arpke das Marketing ins Leben gerufen habe – „die erste Feuerwehr in Lehrte mit Social Media“. Viele innovative Dinge seien umgesetzt worden. „Das macht mich stolz“, sagte Meyer sichtlich bewegt und unterdrückte eine Träne. „Wir haben nicht nur reagiert, wir haben vorausgedacht.“
Die Technische Hilfeleistung sei Schwerpunkt in 2025 gewesen. „Das ist keine Spielerei, das ist Handwerk. Im Einsatz zählt nicht die Theorie, sondern die Praxis.“ Meyer erhielt – „nicht zum Abschied“ – ein Geschenk überreicht, das er mit Tränen in den Augen annahm. Stehender langer Applaus begleiteten seinen Weg zurück zum Platz.
Carsten Rex würdigte Meyers Arbeit besonders beim Marketing: „Ihr seid toll, Quereinsteiger zu gewinnen. Wir können mehr davon gebrauchen.“





33 Einsätze – zwei Mittelbrände mit hervorragender Arbeit
Die Ortswehr rückte 2025 zu 33 Einsätzen aus, darunter zwei Mittelbrände, einer mit Personenschaden und einer am 2. Weihnachtstag. Bei Zweiterem gab es „viel Anerkennung an alle Feuerwehren, die da waren“, sagte Rex zum Küchenbrand in voller Ausdehnung in einem Mehrfamilienhaus. „Es wurde hervorragend gearbeitet, die Ausbreitung verhindert, exzellente Arbeit der eingesetzten Kräfte. Dafür arbeiten wir, dafür trainieren wir.“
Hinzu kamen sechs technische Hilfeleistungen, sechs Kleinbrände, ein Fehlalarm sowie 13 nachbarschaftliche Löschhilfen und fünf nachbarschaftliche technische Hilfeleistungen. Insgesamt leistete die Wehr 612 Einsatzstunden – umgerechnet 76,5 Arbeitstage. Hinzu kommen 318 Arbeitstage reiner Ausbildungsdienst ohne Lehrgangsbesuche und ohne weitere Veranstaltungen wie Schützenfest, Dorffest und andere. „Bei uns ist immer Licht an“, betonte Rex.
Stabile Personalsituation mit 59 Aktiven
Die personelle Entwicklung sei stabil, berichtete Rex. Die Einsatzabteilung sei konstant, die demografische Entwicklung werde gemeistert. „Immer so round about 50 Mitglieder, derzeit 59 Mitglieder.“ Eine gute Marke sei es zudem, über 20 Atemschutzgeräteträger in den Reihen zu haben. Die Jugendfeuerwehr habe eine leichte Abnahme der Mitgliederzahl zu verzeichnen, weil Mitglieder in die Einsatzabteilung übergegangen seien. „Wir haben unsere Stärke im mittleren Bereich des Alters“, so Rex über die demografische Zusammensetzung der Einsatzabteilung.
Drei Jugendliche wurden von der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung übernommen: Andreas Loßin, Fynn Mohlek und Johannes Zimbelmann. Zudem verstärken zwei Quereinsteiger, Ulrich von Bramann und Michael Freitag, die Einsatzabteilung.
50 Jahre Jugendfeuerwehr: „Tragende Säule für den Bestand“
Die Jugendfeuerwehr feiert in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen. 1976 gegründet, war es damals nicht einfach, zehn Mitglieder zu finden, die für die Gründung notwendig waren „Sie ist eine tragende Säule für den Bestand der Feuerwehr“, hieß es im Bericht. Ein eindrucksvoller Moment: Alle, die mal in der Jugendfeuerwehr waren, sollten aufstehen – rund 40 Personen erhoben sich. „Es zeigt eindrucksvoll die Wichtigkeit der Jugendfeuerwehr. Wir sind überzeugt von unserer positiven Entwicklung.“
Interaktives Protokoll-Quiz: Von der Pflichtfeuerwehr 1885 bis heute
Ein besonderes Highlight war das interaktive Protokoll-Quiz der Ortsfeuerwehr mit elf Fragen zur Geschichte. So erfuhren die Anwesenden, dass es 1885 bereits eine Pflichtfeuerwehr in Arpke gab, und schon 1908 zählte die Wehr 46 Mitglieder – „Stabilität war schon damals gegeben“, so Rex.
„Feuerwehr ist Familie, und Familie ist Feuerwehr“
Rex ließ die vergangenen 25 Jahre Revue passieren und nannte prägende Ereignisse: 2001 wurde das 100-jährige Bestehen „schützenfestmäßig“ gefeiert. Im Jahr 2002 gab es Prognosen, dass 2020/2025 ein hoher Teil ausscheiden würde und man es nicht kompensieren könne. „Das haben wir gut gemeistert, das sieht man hier sitzen“, so Rex.
2013 kam das erste wasserführende Fahrzeug, 2020 der erste Feuerwehrbedarfsplan – „keine Überraschung, alle Feuerwehren sollten erhalten bleiben. Wir haben dafür gesorgt, dass es so ist, wie es ist.“ Ergebnis war auch, dass Arpke zur Stützpunktfeuerwehr ernannt wurde. 2020 wurden zwei Einsatzgruppen gebildet. 2023 folgte ein neuer Mannschaftstransportwagen – „wir sind damit sehr zufrieden, er ist gut für Jugendarbeit, ein tolles Auto“. 2025 kam die Bedarfsplan-Fortschreibung: „Passt, mehr kann ich dazu nicht sagen.“
Was die letzten 25 Jahre geprägt habe: „Feuerwehr ist Familie, und Familie ist Feuerwehr. Ohne das würde alles nicht funktionieren. Da bin ich stolz auf euch alle, auf die Führungskräfte der vergangenen 25 Jahre. Sie haben Veränderungen geprägt, Entscheidungen getroffen. Lasst uns in diese Richtung weitergehen und offen sein für Neues.“
Ausblick 2026: GW-L2 bestellt, Feuerwehrhaus geplant
Für die Zukunft stehen wichtige Projekte an: Die Brandschutzerziehung wird fortgesetzt, ein Gerätewagen-Logistik 2 (GW-L2) ist beauftragt und soll 2027 ausgeliefert werden. Die Rescue Tablets wurden eingeführt, um „modern Einsätze abzuarbeiten“. Der Neubau des Feuerwehrhauses südlich der Schwüblingser Straße am Ortsausgang ist in Planung. Der Feuerwehrbedarfsplan berücksichtigt die Feuerwehr Arpke entsprechend.
Am 11. September finden die alten Unterkreiswettkämpfe statt, am 12. September wird das 125-jährige Bestehen mit Kommers und Party gefeiert.
„Feuerwehr ist immer da“, betonte Rex. Er sprach die Anwesenden an, gezielt die Arpker anzusprechen. „Machen Sie Werbung für uns, kommen Sie vorbei, egal ob fördernd oder aktiv. Wir wollen, dass auch in Zukunft Feuerwehr da ist.“ Es gehe darum, „dieses weltweit einzigartige Modell zu erhalten. Wichtig ist, dass die Feuerwehr Bestand hat und Nachwuchs bekommt. Nur dann kann Feuerwehr immer da sein.“
Bürgermeister: Feuerwehrhaus soll 2027 fertig sein
Bürgermeister Frank Prüße gratulierte zu den drei Jubiläen und betonte: „Wir als Stadt Lehrte versuchen wirklich, die Feuerwehren top auszustatten, sowohl mit Fahrzeugen als auch mit persönlicher Schutzausrüstung.“ Die Einsatzkleidung für die warme Jahreszeit sei ihm eine Herzensangelegenheit gewesen. „Das haben wir uns was kosten lassen: 350.000 Euro. Ich halte es für eine sehr, sehr gute Investition.“
Zum Feuerwehrhaus sagte Prüße: „Butter bei die Fische – in der Tat gab es Verzögerungen bei der Planung und beim bei Planverfahren.“ Der Flächennutzungsplan sei am 1. August 2025 beschlossen worden, der Grundstückserwerb konnte zügig durchgezogen werden. Das Bebauungsplanverfahren sei soweit fertig und solle in Kürze beschlossen werden. „Wir wollen in 2026 in die Umsetzung gehen“, so Prüße weiter. Nach Gesprächen mit dem Kommando habe man das Verfahren verwaltungsseitig überdacht. „Mit dem Ergebnis: Wenn wir ein anderes Verfahren wählen, können wir relativ schnell in die Umsetzung gehen. In 2026 vergeben, in 2026 Baubeginn, in 2027 fertig – das ist die jetzige Planung“, so der Bürgermeister.
Prüße hob hervor: „Die Worte ‚Feuerwehr ist Familie‘ – das möchte ich unterstützen. Das Ehrenamt in der Feuerwehr ist wirklich Familie. Fabian (gemeint ist Fabian Meyer, die Red.), du bist ein Beispiel dafür.“ Das Ehrenamt sei keine Einbahnstraße. „Man bringt nicht nur was ein, die Gemeinschaft gibt einem so viel zurück. Für junge Leute eine ganz, ganz wichtige Sache. Sie sind in Arpke hier eine leistungsstarke Wehr. 60 Einsatzkräfte sind schon ein Wort.“
Ortsbürgermeister Klaus Schulz dankte für den Einsatz zu jeder Tag- und Nachtzeit sowie den Familien. „Es freuen sich alle auf eine schöne Jubiläumsfeier.“
1.175 Einsätze im Brandschutzabschnitt
Brandschutzabschnittsleiter Tobias Jacob berichtete von 1.175 Einsätzen im Brandschutzabschnitt im Jahr 2025 – „das sind fünf Alarmierungen am Tag für die 40 Ortsfeuerwehren. Ich war da schon beeindruckt, als ich die Zahlen gesehen habe.“ Zwei Arbeitsgruppen beschäftigen sich mit den Themen Robotik und Weiterentwicklung des ABC-Konzepts.
Stadtbrandmeister Hendrik Voges gratulierte zu den Jubiläen: „Arpke leistet einen Beitrag dazu, eine den Gegebenheiten entsprechend leistungsfähige Feuerwehr aufzustellen. Eine verlässliche Ortsfeuerwehr. Arpke ist stark in der Ausbildung und auch beim Atemschutz.“
Ehrungen und Ernennungen
Fünf Ernennungen wurden vorgenommen: Zur Feuerwehrfrau wurde Gina Marie Berg ernannt und den Dienstgrad Feuerwehrmann erhielten Joel Bode, Hinnerk Lüders und Ulrich von Bramann. Zum Oberbrandmeister wurde Fabian Meyer ernannt.
Zudem wurde an zahlreiche Einsatzkräfte der Ortsfeuerwehr die Hochwasserehrennadel des Landes Niedersachsen für den Einsatz beim Weihnachtshochwasser 2023/2024 verliehen.
















