Feuerwehr Ahlten rückte im vergangenen Jahr zu 68 Einsätze aus – Neues Feuerwehrhaus kommt

Ortsbrandmeister Florian Hammer Hammer (links) und sein Stellvertreter Philipp Herl (rechts) mit den Geehrten, Beförderten und neuen Einsatzkräften.
Foto: Bastian Kroll

Die Freiwillige Feuerwehr Ahlten blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2025 zurück und steht vor besonderen Jubiläen: Sowohl die Jugendfeuerwehr als auch die Kinderfeuerwehr feiern Jubiläen. Bei der Jahreshauptversammlung am Freitag vor rund 90 Gästen im Feuerwehrhaus Im Wiesengrund präsentierte Ortsbrandmeister Florian Hammer die Bilanz eines „ruhigen und normalen Jahres“ mit 68 Einsätzen. Zudem gab Lehrtes Bürgermeister Frank Prüße bekannt, dass ab 2028 mit dem Bau eines neuen Feuerwehrhauses begonnen werden soll.

Unter den Gästen begrüßte Hammer unter anderem Lehrtes Bürgermeister Frank Prüße, Brandschutzabschnittsleiter Tobias Jacob, den stellvertretenden Stadtbrandmeister Jens Dannenbring und Fabian Meyer sowie Michael Großmann, Leiter Ordnung und Bürgerservice. Aus der Kommune waren Ortsbürgermeisterin Heike Koehler, Mitglieder des Ortsrates und Ehrenortsbrandmeisterin Regina Lehnert anwesend. Vertreter der Feuerwehren Lehrte, Kolshorn, Röddensen, Höver und Anderten sowie der Stadtfeuerwehr und des THW Lehrte nahmen ebenfalls teil.

Neues Feuerwehrhaus ab 2028

Die Stadt plant den Bau eines neuen Feuerwehrhauses. Bürgermeister Prüße kündigte an, dass 2028 mit der Vergabe begonnen werden soll. „Rechnen Sie damit, dass 2029 hier etwas zu sehen sein wird“, so Prüße.

Das aktuelle Feuerwehrhaus entspricht nicht den Vorgaben der Feuerwehrunfallkasse: Die Garagen seien zu klein, die Abstände von Fahrzeugen zu Wänden zu gering. Auch energetisch sei das Gebäude nicht mehr zeitgemäß. „Das kann man nicht retten“, erklärte der Bürgermeister. Die Stadt habe bereits einen Standort im Auge, der ihr gehört, sodass langwierige Vertragsverhandlungen für dss Grundstück entfallen. Nach der Bauleitplanung solle 2028 die Vergabe erfolgen und die Mittel im Haushalt bereitgestellt werden.

Priorisierung notwendig

Prüße räumte ein, dass Ahlten „nicht ganz oben auf der Liste“ stehe. In Röddensen, Arpke und Steinwedel sei die Situation noch dringlicher. „Ich kann nicht alles gleichzeitig machen“, begründete er die Prioritätensetzung. Die Stadt müsse zudem parallel zwei Schulzentren und drei Grundschulen planen, Mensen wegen des Ganztagsgesetzes bauen und den Bauhof modernisieren. Auch stehe das Schwimmbad und eine neue Obdachlosenunterkunft auf dem Plan. „2028 ist der frühestmögliche Zeitpunkt, ab dann geht’s los.“

68 Einsätze im Jahr 2025

Ortsbrandmeister Florian Hammer bezeichnete 2025 als „ruhiges und normales Jahr“. Die Ortswehr rückte zu 68 Einsätzen aus: 11 Brände, 46 technische Hilfeleistungen, eine Brandschutzwache und 10 Fehlalarme. Zu den technischen Hilfeleistungen zählen auch Einsätze der First-Responder-Einheit, der Einsatz in der Einheit Information und Kommunikation sowie der Regionsdrohne.

Besonders arbeitsintensiv waren dabei zwei Einsätze: Am 8. Juli um 23:22 Uhr stand eine Gartenlaube in Brand. Alarmiert wurde die Ortsfeuerwehr mit dem Stichwort „b – Kleinbrand“)“, wobei auf der Anfahrt der Digitalfunk ausfiel und die Kommunikation kurzerhand über Handy laufen musste. Die Lage wurde auf „Großbrand“ erhöht, denn es stand eine größere Gartenlaube im Vollbrand. Sieben C-Rohre und ein B-Rohr kamen zum Einsatz. Erst gegen 2 Uhr morgens war der Brand unter Kontrolle. In der Nacht vom 20. auf den 21. September brannten zudem drei LKW auf dem Autohof an der Westtangente, wobei das Feuer von einem Anhänger auf zwei weitere LKW übergriff.

Hammer lobte die „souveränen und professionellen“ Einsätze sowie die „enorm schnellen Ausrückezeiten“. Im Schnitt rücke das erste Fahrzeug nach fünf Minuten aus – „was in diesem Ort schon verdammt schnell ist“. Insgesamt seien die ehrenamtlichen Feuerwehrkräfte an 217 Tagen in Einsätzen und Diensten unterwegs gewesen.

Jugendfeuerwehr feiert 50-jähriges Bestehen

Die Jugendfeuerwehr kann auf ein Jahr voller Spaß, Spannung und Erfolge zurückblicken. Jugendfeuerwehrwart Finn Beinsen berichtete von 25 Mitgliedern – 17 Jungen und acht Mädchen, davon 9 aus der Kinderfeuerwehr. Besonders stolz zeigte er sich darüber, dass drei Mitglieder an die Einsatzabteilung übergeben werden konnten. Mit rund 1.970 Stunden Engagement „sind wir keine kleine Abteilung“, betonte Beinsen. Das Jahr startete mit Gerätekunde und Löschangriff, Highlights waren Dienste mit Nebel und Gefahrgut sowie ein gemeinsamer Dienst mit der Einsatzabteilung – „direkt mit den Erwachsenen zusammenzuarbeiten war etwas Besonderes“. Weitere Aktivitäten waren das Stadtzeltlager in Arpke sowie Pizzabacken und Spiele zum Jahresabschluss, um die Gemeinschaft zu stärken. In diesem Jahr feiert die Jugendfeuerwehr ihr 50-jähriges Bestehen, gemeinsam mit der Kinderfeuerwehr, die ebenfalls ein Jubiläum feiert. Im Sommer sind das Stadtzeltlager und ein „Spiel ohne Grenzen“ der Kinderfeuerwehr geplant. „Es wird groß, es wird laut, und ein Event, das in Erinnerung bleiben wird“, versprach Beinsen.

Kinderfeuerwehr mit beeindruckender Bilanz

Den Bericht der Kinderfeuerwehr trug Ann-Cathrin Gillmeister vor, die allen Betreuern dankte, „die das Dienstgeschehen erst möglich gemacht haben“. Die Kinderfeuerwehr zählt sechs Mädchen und 21 Jungen, die im vergangenen Jahr eine „erstaunliche Zahl von 666 Stunden“ investierten. Der Jahresauftakt war der Dienst „Verbrennen und Löschen“, bei dem die Kinder den Umgang mit Feuer lernten. Eine Übernachtung in der Wache gehörte ebenso zum Programm wie die Verleihung der Flämmchen der Stufen 1 bis 4 an 20 Kinder. Im Juni war das „Spiel ohne Grenzen“ in Hämelerwald „für viele ein schöner Moment“, bei dem die Teamfähigkeit unter Beweis gestellt wurde. Neben spielerischen Diensten beschäftigten sich die Kinder auch mit Technik, einem wichtigen Bestandteil der Ausbildung. Erste Hilfe war ebenso wichtig, auch ein Rettungswagen wurde besichtigt. Im Dezember wurden Kekse gebacken, den Abschluss bildete ein Kinobesuch. „2025 hat uns gezeigt, wie wichtig es ist, als Team zusammenzuarbeiten“, heiß es im Jahresbericht.

Ausbildung auf hohem Niveau – trotz Engpässen

Die Ortswehr investierte 3.717 Stunden in die Ausbildung, dazu kamen 300 Seminare und 125 Stunden Vor- und Nachbereitung – nahezu identisch zu 2024. Der stellvertretende Ortsbrandmeister Philipp Herl kritisierte jedoch die mangelnde Lehrgangsvergabe: Von 42 beantragten Lehrgängen habe die Ortswehr nur zwei erhalten, 2022 seien es noch 20 gewesen. „Neuer Negativrekord“, sagte Herl. „Liebe Region, liebes Land: Wie soll man motiviert werden, wenn man nicht mal Lehrgänge bekommt?“

Auf Stadtebene wurden durch ehrenamtliche Ausbilder zwei QS1-Lehrgänge (Truppmann), zwei QS2-Lehrgänge (Truppführer) und zwei Kettensägenlehrgänge durchgeführt. Für 2026 sind bereits 40 Lehrgänge beantragt. Zu den Übungen zählten der alljährliche Atemschutztag im März, Vegetationsbrandbekämpfung auf einem Feld, Atemschutznotfalltraining im September sowie eine gemeinsame Übung mit Rettungsdienst-Auszibildenden von DRK und MHD.

First Responder und neue Ausrüstung

Die Ortswehr verbesserte durch eine großzügige Spende des Fördervereins ihre Erste-Hilfe-Ausbildung und vergrößerte die Einheit. Ein AED-Gerät wurde beschafft. „First Responder sind kein Ersatz für den Rettungsdienst, sondern sie unterstützen diesen, um im Notfall wichtige Zeit zu überbrücken und Menschenleben zu retten“, erklärte Hammer. Bürgermeister Prüße dankte den Beteiligten: „Ihr rettet da Leben.“

Neue Einsatzkleidung für Vegetationsbrände und technische Hilfeleistung wurde entgegengenommen. „So ist jeder Kamerad für die Einsatzlage ausgestattet“, freute sich Hammer. Die Stadt investierte insgesamt 350.000 Euro in leichte Schutzkleidung für alle Ortswehren. „Es geht um eure Gesundheit, das halte ich für sehr gut angelegtes Geld“, betonte Prüße.

Engagement im Dorfleben

Neben den Einsätzen war die Ortswehr fest im Dorfleben verankert: Maibaum, Maifest und Schützenfest wurden unterstützt, alle Abteilungen waren vertreten. Im Oktober wurde die Hochwasserehrennadel verliehen, im Feuerwehrhaus eine Minigolfbahn aufgebaut. Zu Weihnachten verwandelte sich die Fahrzeughalle in eine Festhalle, zum Jahresabschluss gab es einen Glühweinabend. Die Brandschutzerziehung war das ganze Jahr in Schulen und Kitas unterwegs – 260 Kinder und 36 Erwachsene wurden unterrichtet.

Forderung nach mehr Wertschätzung

Hammer forderte mehr Wertschätzung für Feuerwehrleute: „Es wäre wünschenswert, dass es für Einsatzkräfte mehr Anreize in Form von Goodies gibt.“ Als Beispiele nannte er zusätzliche Rentenpunkte, bevorzugte Kitaplatz-Vergabe oder Zuschüsse zum Jobbike. Dies würde dazu beitragen, das Ehrenamt attraktiver zu gestalten. Prüße kündigte an, sich mit dem Kommando zusammenzusetzen: „Rentenpunkte sind eine ganz wichtige Forderung, da müssen wir dran gehen.“

Ortsbürgermeisterin Heike Koehler betonte: „Die Feuerwehr ist kein abstrakter Begriff, das seid ihr alle – Menschen, die bereit sind aufzustehen, wenn andere Hilfe brauchen, bei Tag und Nacht, bei jedem Wetter.“ Sie kündigte an, als Landtagsabgeordnete bei der Landesfeuerwehrschule eine Anfrage zur Lehrgangsvergabe zu stellen: „Da muss man mal den Finger in die Wunde legen.“

Ehrungen und Beförderungen

Markus Lehnert erhielt das Feuerwehr-Ehrenzeichen des Landesfeuerwehrverbands für 50-jährige Mitgliedschaft. Die Ehrennadel der Stadt Lehrte für zehnjährige aktive Mitgliedschaft erhielten Ann-Cathrin Gillmeister und Thorge Bielefeldt. 17 Mal wurde die Hochwasserehrennadel 2023 für den Einsatz beim Hochwasser zum Jahreswechsel 2023/2024 verliehen.

Drei neue Mitglieder legten ihren Diensteid ab und erhielten Einsatzhelme: Jule Denecke, Jonte Denecke und Jan Aurich. Zum Feuerwehrmann ernannt wurden Tim Oldenburg, Nick Kaiser und Joe Vatterott. Christopher-Sean Koch erhielt den Dienstgrad Oberfeuerwehrmann, Finn Beinsen und Kjell Dischinger wurden zu Hauptfeuerwehrmännern ernannt. Thorge Bielefeldt darf sich nun Löschmeister nennen.

Aus dem Kommando verabschiedet wurden die ehemaligen taktischen Führer Sebastian Brandes und Philipp Burgdorf.

Förderverein sorgt für Motivation

Sebastian Brandes, Vorsitzender des Fördervereins, dankte allen Unterstützern, Menschen und Firmen. Die Feuerwehr sei gut ausgestattet, „aber es gehört auch einiges mehr dazu, dass Kameraden motiviert sind und neue gewonnen werden können“. Dafür brauche es etwas mehr als nur gute Ausrüstung. Der Kinobesuch der Jugendfeuerwehr oder Kinderfeuerwehr sowie Gruppenfahrten der Aktiven – „das leistet der Förderverein“. Interessierte können online unter www.feuerwehr-ahlten.de beitreten. Der Mitgliedsbeitrag betrage nur 2,50 Euro im Monat, betonte Brandes. „Das sollte jeder für die Feuerwehr übrig haben.“

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