Sprachbildung als Schlüssel zur Teilhabe: Lehrter Sprach-Kitas zeigen beeindruckende Ergebnisse

Haben die Evaluation vorgelegt (von links): Linda Kiryakos (Global Education gGmbH - Regionalleitung Einrichtungen Region Hannover), Heike Schünemann-Bagusch (Ev.-luth. Kirchenkreis Burgdorf – Betriebswirtschaftliche Geschäftsführung der Kindertagesstätten), Birgit Meinig (Ev.-luth. Kirchenkreis Burgdorf – Pädagogische Geschäftsführung der Kindertagesstätten); Pauline Höhlich (Ev.-luth. Kirchenkreis Burgdorf – Verbund-Fachberatung Sprache), Markus Lechelt (Stadt Lehrte - Fachdienstleitung Kinderbetreuung)
Foto: Stadt Lehrte

Die drei Lehrter Sprach-Kitas Drosselweg, Hohnhorstweg und Marktstraße haben ihre aktuelle Evaluation vorgelegt. „Diese zeigt eindrucksvoll, wie groß die Wirkung alltagsintegrierter Sprachbildung sein kann, selbst unter herausfordernden Bedingungen. In einem sozial vielfältigen Umfeld, geprägt von Mehrsprachigkeit, unterschiedlichsten Familienrealitäten und dem bundesweit spürbaren Fachkräftemangel, gelingt es den Kitateams Tag für Tag, Kindern stabile Beziehungen, klare Orientierung und echte Teilhabe zu ermöglichen“, so die Stadt Lehrte in einer Pressemitteilung.

Sprachbildung wird in allen drei Einrichtungen nicht als Zusatzangebot verstanden, sondern als Haltung, die den gesamten Alltag durchzieht: im Dialog, im gemeinsamen Tun, in der Raumgestaltung, in der Zusammenarbeit mit Eltern und in reflektierenden Teams. Die Kita Drosselweg arbeitet besonders reflexionsorientiert und nutzt die Marte Meo Methode gezielt, um gelingende Interaktionen sichtbar zu machen. Der Hohnhorstweg setzt auf erzählerische und literacy-orientierte Methoden wie Kamishibai, Bilderbuchdialoge und Hörspielboxen für Kinder. Die Marktstraße wiederum verbindet Sprachbildung eng mit Partizipation und Inklusion, damit jedes Kind sich ausdrücken und einbringen kann, unabhängig davon, wie sicher es sprachlich bereits ist.

Auch die weiteren Kitaträger des Sprach-Kita-Verbunds (der Ev.-luth. Kirchenkreis Burgdorf und Global Education) bestätigen in ihren Rückmeldungen diese Entwicklungen. Ihre Perspektiven verdeutlichen, dass die Qualitätsgewinne weit über einzelne Einrichtungen hinausreichen und im gesamten Stadtgebiet spürbar werden. Der Ev.-luth. Kirchenkreis Burgdorf hebt hervor, dass die Teams der Sprach-Kitas inzwischen aus einer Methodenvielfalt schöpfen können und die Erkenntnisse des Programms sich in der Weiterentwicklung der pädagogischen Konzepte zeigen: hin zu mehr Transparenz und Offenheit in der Arbeit und partizipatorischen Ansätzen auf allen Ebenen. An dieser positiven Entwicklung hat auch die Begleitung durch die Fachberatung des Verbunds Sprachkitas einen erheblichen Anteil. Der Kitaträger Global Education betont zudem, dass die integrative und interkulturelle Ausrichtung der Sprach-Kitas einen wichtigen Beitrag zur Förderung von Vielfalt und Inklusion leistet. Dabei werden nicht nur die sprachliche Entwicklung, sondern auch soziale Kompetenzen wie Empathie, Toleranz und ein demokratisches Miteinander gezielt gestärkt. Darüber hinaus wirkt die Arbeit in den Sprach-Kitas nachhaltig, indem Eltern und Familien aktiv eingebunden werden und so Brücken zwischen unterschiedlichen Kulturen und Lebenswelten entstehen. Die partizipativen Ansätze ermöglichen es den Kindern, ihre eigene Sprache und Identität wertzuschätzen, was sich positiv auf ihr Selbstbewusstsein und ihre Lernmotivation auswirkt.

Bereits heute ist sichtbar: Wo Kinder Worte finden, finden sie ihre Stimme und damit Zugang zu Ausdruck, Gemeinschaft und Bildungschancen. Genau deshalb spielen die Sprachfachkräfte eine so zentrale Rolle. Ihre Arbeit verbindet Interaktionsanalyse, Teamreflexion, Elternarbeit und die Entwicklung sprachförderlicher Alltagssituationen. Mit der Verlängerung der Landesrichtlinie Sprach-Kitas bis 31.07.2027 können die Stellen fortgeführt werden, ohne zusätzliche Belastungen für den städtischen Haushalt. Langfristig jedoch bleibt die Frage der Verstetigung offen und wird politisch zu beraten sein. „Die Ergebnisse zeigen sehr klar, wie entscheidend die Sprachfachkräfte für die Qualität der pädagogischen Arbeit sind“, sagt Markus Lechelt, Fachdienstleiter Kinderbetreuung der Stadt Lehrte. „Unsere Teams leisten Herausragendes. Sie schaffen Orte, an denen Kinder verstanden werden, Beziehungen wachsen und Sprache lebendig wird. Diese Arbeit verdient Verlässlichkeit, im Interesse der Kinder, die auf stabile Bezugspersonen angewiesen sind.“

„Die Auswertung macht deutlich, wie vielfältig und professionell Sprachbildung in Lehrte umgesetzt wird und wie wichtig es ist, diese Arbeit fortzuführen. Sprachbildung ist Beziehungsarbeit, Teilhabe und gelebte Kinderrechte. In den Lehrter Sprach-Kitas wird sie jeden Tag erfahrbar“, betont die Stadt Lehrte.

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