110 Einsatzkräfte im Gefahrguteinsatz bei Spedition in Lehrte

Blick auf die Einsatzstelle mit der qualmenden Wechselbrücke im Hintergrund.
Foto: Stadtfeuerwehr Lehrte

Ein Gefahrguteinsatz hat am heutigen Sonnabendmorgen, 6. Juni 2026, zahlreiche Einsatzkräfte der Feuerwehr nach Lehrte geführt. Die Ortsfeuerwehr Lehrte und der Gerätewagen Messtechnik aus Höver wurden um 3:56 Uhr zu einer ABC-Erkundung auf das Gelände einer Spedition an der Europastraße alarmiert.

Ein Mitarbeiter hatte aus einer Wechselbrücke weißen Rauch aufsteigen sehen. Außerdem trat eine transparente Flüssigkeit aus, die einen stechenden Geruch verursachte. Eine Gefahrguttafel oder Gefahrgutkennzeichnung befand sich nicht an der Wechselbrücke.

Die ersten Einsatzkräfte bestätigten die Lage. Zudem stellten sie fest, dass die austretende Flüssigkeit nach dem Auftreffen auf den Boden Blasen bildete. Daraufhin erhöhte der Einsatzleiter die Alarmstufe auf ABC 1, sodass weitere Spezialkräfte zur Einsatzstelle alarmiert wurden. Gleichzeitig wurde die Ladehalle, an der die Wechselbrücke stand, geräumt und das Areal weiträumig abgesperrt.

Anhand der Ladepapiere konnten einige chemische Stoffe ermittelt werden, die in der Wechselbrücke transportiert wurden. Keiner der Stoffe passte jedoch zu dem vorgefundenen Lagebild. Während ein Trupp unter Chemikalienschutzanzügen die austretende Flüssigkeit mit Chemikalienbinder abstreute, wurde mithilfe einer Drohne eine Wärmeentwicklung innerhalb der Wechselbrücke festgestellt.

Die Wechselbrücke wurde daraufhin mit einem Fahrzeug der Spedition vom Gebäude entfernt. Der Einsatzleiter erhöhte die Alarmstufe auf ABC 2, womit der komplette Gefahrgutzug der Region Hannover Ost nach Lehrte beordert wurde.

Nach dem Öffnen der Wechselbrücke wurde die weiße Rauchentwicklung stärker. Kurze Zeit später war auch ein erster Flammenschein sichtbar. Daraufhin begann ein intensiver Löscheinsatz, bei dem neben Pulver auch Schaum eingesetzt wurde. Die an den Löscharbeiten beteiligten Trupps mussten zu ihrer eigenen Sicherheit ebenfalls Chemikalienschutzanzüge tragen.

Wegen der starken Rauchentwicklung wurden die Anwohner in Lehrte zeitweise aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Zusätzlich wurden der Teleskoplader der Berufsfeuerwehr Hannover sowie die Schnelleinsatzgruppe Lehrte/Burgdorf des Roten Kreuzes alarmiert.

Mit dem Teleskoplader wurde die Wechselbrücke nach und nach entladen. Danach zeigten die Löschmaßnahmen zunehmend Wirkung. Nachdem die Wechselbrücke vollständig entladen war, konnte „Feuer aus“ gemeldet und die Warnmeldung für die Bevölkerung aufgehoben werden.

Gegen 11 Uhr wurde festgestellt, dass von dem Brandgut und der Wechselbrücke keine akute Gefahr mehr ausging. Die Einsatzstelle wurde anschließend an die Verantwortlichen der Spedition übergeben. Die Einsatzkräfte konnten danach nach und nach abrücken.

Welche Chemikalien für die Reaktion und das Feuer verantwortlich waren, konnte nicht abschließend geklärt werden. Verletzt wurde niemand. Zur Höhe des Sachschadens liegen keine Angaben vor.

Im Einsatz waren rund 110 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, der Schnelleinsatzgruppe des Roten Kreuzes und Polizei.

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