
Die historische Dampflok an der Bahnhofstraße in Lehrte soll optisch aufgewertet und an einen neuen Standort im Hohnhorst-Park verlegt werden. Für das Projekt steht nach Angaben der Stadt eine Förderung aus LEADER-Mitteln in Aussicht. Geplant ist eine Förderung von etwa 80 Prozent der Gesamtkosten.
Die Eisenbahn prägt die Identität und Entwicklung Lehrtes seit Langem. Als wichtiger Verkehrsknotenpunkt in Niedersachsen wurde die Stadt historisch stark durch die Bahn geprägt. Die Dampflok an der Bahnhofstraße erinnert an diese Bedeutung, befindet sich derzeit jedoch in einem optisch unzureichenden Zustand. Rost, abplatzender Lack und beschädigte Scheiben machen eine Aufwertung erforderlich.
Bei der Lok handelt es sich um eine historische Dampflok der Baureihe 52 aus dem Jahr 1943. Das rund 100 Tonnen schwere Fahrzeug soll künftig im Hohnhorst-Park nahe dem Wasserturm stehen. Dort soll es in einen geplanten historischen Lehrpfad zur Stadtgeschichte eingebunden werden. Dieser soll unter anderem Themen wie Bergbau, Zuckerfabrik, Eisenbahn und Viehmarkt aufgreifen und etwa über digitale Stelen oder Informationstafeln vermitteln.
Bürgermeister Frank Prüße zeigt sich zuversichtlich, dass das Vorhaben umgesetzt werden kann. „Wir gehen davon aus, dass wir die Zustimmung und das Fördergeld erhalten“, erklärt er. In der jüngsten Sitzung der Leader-LAG, der Lokalen Aktionsgruppe, habe sich eine breite Mehrheit für das Projekt ausgesprochen.
Die Gesamtkosten für die optische Instandsetzung, den Bau eines Gleisbettes und den Transport der Lok werden derzeit auf rund 242.000 Euro geschätzt. Bei einer erwarteten Förderung von etwa 80 Prozent würde der Eigenanteil der Stadt bei rund 48.000 Euro liegen.
Wirtschaftsförderer Tobias Neumann erläutert: „Die Lok soll künftig im Hohnhorst-Park nahe dem Wasserturm stehen.“ Dort solle sie Teil eines Informationspfades zur Lehrter Stadtgeschichte werden. „Die Dampflok in den Stadtpark zu bringen ist ein wichtiges Puzzleteil“, so Neumann.
Die geplante optische Aufwertung umfasst vor allem Sandstrahlung, Neulackierung und den teilweisen Ersatz von Blechen. Eine umfassende oder originalgetreue Restaurierung ist nicht vorgesehen. Der Schwerpunkt liegt auf einer gezielten optischen Erneuerung.
Der Transport der rund 100 Tonnen schweren Dampflok von der Bahnhofstraße in den Hohnhorst-Park stellt eine logistische Herausforderung dar. Zwar beträgt die Luftlinie nur etwa 500 Meter, die Strecke wird jedoch von Bahngleisen durchschnitten.
Die Umsetzung hängt noch von zwei wichtigen Entscheidungen ab. Im Juli soll der Rat der Stadt Lehrte über das Projekt entscheiden. Der endgültige Beschluss der Leader-Region wird im November erwartet. Wenn beide Entscheidungen positiv ausfallen und geeignete Firmen beauftragt werden können, könnten Sanierung und Umzug der Dampflok im Jahr 2027 erfolgen.
Bürgermeister Prüße betont die historische Bedeutung des Vorhabens. „Die Eisenbahn gehört zur DNA von Lehrte“, sagt er. Am neuen Standort im Hohnhorst-Park könne die Dampflok künftig die Aufmerksamkeit erhalten, die ihr zustehe.
