120 Jahre Rotkreuzhaus: DRK Lehrte feiert Jubiläum mit Gästen aus aller Welt

Zahlreiche Besucher kamen zur 120-Jahr-Feier des Rotkreuz-Hauses in der Ringstraße.
Foto: Bastian Kroll

Am heutigen Sonnabend, 9. Mai 2026, hat der DRK‑Ortsverein Lehrte das 120-jährige Bestehen seines Hauses in der Ringstraße gefeiert. Zahlreiche Gäste waren gekommen – teils um sich auszutauschen, teils um sich über das vielfältige Angebot des Roten Kreuzes in Lehrte zu informieren. Dass die Arbeit des Ortsvereins auch politisch geschätzt wird, zeigte die Präsenz gleich mehrerer Mandatsträger: Die Landtagsabgeordneten Thordies Hanisch (SPD) und Heike Koehler (CDU) waren ebenso vor Ort wie Lehrtes Bürgermeister Frank Prüße (CDU) und zahlreiche Mitglieder des Stadtrates.

„Ich wüsste nicht, wo es sonst in Lehrte so gemacht wird“

Ortsvereinsvorsitzender Achim Rüter zeigte sich zufrieden mit dem Verlauf des Tages. „Ich bin sehr zufrieden. Das sieht man auch an dem Zuspruch hier“, sagte er. Einen besonderen Stellenwert nimmt die Integration ein – sichtbar auch an den vielen Gästen aus verschiedenen Ländern, die das Fest bereicherten. „Ich wüsste nicht, wo es sonst in Lehrte so gemacht wird“, unterstrich Rüter.

Mit dabei war auch die Initiative Lehrte Hilft – allen voran mit ihrer Fahrradwerkstatt, die nun wieder ihre Arbeit intensivieren will, um Menschen die Möglichkeit einer eigenen Fortbewegung zu eröffnen. Die Ehrenamtlichen informierten aus erster Hand über ihr Angebot und kamen mit den Besucherinnen und Besuchern ins Gespräch.

Ein Haus mit 120 Jahren Geschichte

Das Gebäude in der Ringstraße 9, das heute als lebendiges Zentrum für soziale Projekte, Schulungen, Begegnungen und ehrenamtliche Arbeit dient, hat eine bewegte Geschichte. Den Grundstein legte im Jahr 1905 Albertine Stackmann mit einer Stiftung von 12.000 Mark – mit dem ausdrücklichen Wunsch, eine Kinder-Bewahranstalt – eine heutige Kindertagesstätte – für Lehrte zu errichten. Am 2. Mai 1906 wurde das Gebäude feierlich eröffnet, die Baukosten beliefen sich auf rund 14.000 Mark.

In den folgenden Jahrzehnten wandelte sich die Nutzung mehrfach: Aus der Bewahranstalt wurde eine Warteschule, später eine Kreisberufs- und Handelsschule, Förderschule und schließlich Jugendzentrum. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Haus 1940 in die DRK-Strukturen des Zentralkomitees in Berlin eingebunden. Nach Kriegsende übergab die britische Militärregierung es 1947 dem DRK‑Ortsverein zur Nutzung; 1951 erfolgte die offizielle Rückgabe als Eigentum.

Der Ortsverein selbst ist noch deutlich älter als sein Haus: Am 5. März 1882 gründeten engagierte Lehrterinnen den „Vaterländischen Frauen-Zweig-Verein für Lehrte und Umgebung“ – den Vorläufer des heutigen DRK Ortsvereins. Schon 1895 wurden allein über 800 Portionen Suppe an Bedürftige ausgegeben. Der Geist der Solidarität von damals, so betonen die Aktiven des Vereins, präge ihn bis heute.

Weitere Informationen gibt es unter www.drk-lehrte.de sowie bei Instagram unter @DRKLehrte.

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