Lehrte prognostiziert Haushaltsdefizit trotz Mehreinnahmen

Die Stadt Lehrte hat für das Haushaltsjahr 2025 eine vorläufige Prognose zum Jahresergebnis vorgelegt. Die Berichterstattung gibt einen Überblick über die erwarteten Erträge und Aufwendungen sowie den Stand der Investitionsmaßnahmen. Es handelt sich um eine Beschlussvorlage zur Kenntnisnahme durch den Rat der Stadt, im Rahmen der Sitzung am Dienstag, 28. April 2026.

Das prognostizierte Jahresergebnis für 2025 weist ein Defizit von rund 9,75 Millionen Euro auf. Dabei übersteigen die ordentlichen Erträge mit 138,3 Millionen Euro den Ansatz um 12,4 Prozent. Die ordentlichen Aufwendungen liegen mit rund 148,3 Millionen Euro leicht unter dem Ansatz und verringern so das Defizit etwas. Lediglich im außerordentlichen Ergebnis wird ein Überschuss von etwa 253.000 Euro erwartet. Insgesamt bleibt jedoch ein Defizit von knapp 9,75 Millionen Euro bestehen, das entsprechend den haushaltsrechtlichen Vorgaben zu berücksichtigen ist.

Die deutlichen Mehrerträge, insbesondere im Teilhaushalt Finanzen und Liegenschaften, liegen hauptsächlich in höheren Gewerbesteuereinnahmen begründet. Die Bereiche Schule, Sport und Kultur sowie die Wirtschaftliche Jugendhilfe und Soziale Dienste weisen ebenfalls nennenswerte Einnahmensteigerungen auf. Im Bereich Soziales resultieren Mehrerträge aus der erstmaligen Zuweisung des Landes für Aufgaben nach dem Wohngeldgesetz.

Bei den Aufwendungen zeigen sich unterschiedliche Entwicklungen: Während im Bereich der Jugendhilfe Mehrbedarfe, vor allem für kostenintensive Inobhutnahmen und stationäre Unterbringungen entstünden, weisen etwa die Kinderbetreuung und der Fachdienst Sicherheit und Ordnung Minderaufwendungen aus. Einige Minderaufwendungen sind auf den verschobenen Einsatz von Aufträgen in das Folgejahr zurückzuführen. Im Fachdienst Finanzen und Liegenschaften steigen die Aufwendungen beispielsweise durch höhere Umlagen und die Anpassung von Erbbauzinsen im Zusammenhang mit der Entwicklung des Verbraucherpreisindexes.

Die Liquiditätslage der Stadt Lehrte ist angespannt. Zum Jahresende 2025 waren die Bankbestände negativ, weshalb erstmals seit längerer Zeit ein Liquiditätskredit in Anspruch genommen werden musste. Dieser Trend setzt sich zu Jahresbeginn 2026 fort, und auch für das laufende Haushaltsjahr wird die regelmäßige Inanspruchnahme von Liquiditätskrediten erwartet.

Im Bereich der Investitionen liegt die Mittelverwendung bei etwa 55 Prozent der Gesamtermächtigung für 2025. Es sind zahlreiche Projekte in verschiedenen Stadtdienststellen in Umsetzung, darunter Digitalisierungsmaßnahmen, Kommunalinfrastruktur, Schulbauvorhaben und der Neubau von Feuerwehrhäusern. Viele Maßnahmen sind jedoch noch nicht abgeschlossen, und teilweise wurden Mittel ins Folgejahr übertragen. Die größte Einzelinvestition ist der Neubau des Schulzentrums Lehrte-Süd, dessen Rohbau weitgehend fertiggestellt ist und dessen Fertigstellung für die Sommerferien 2026 geplant ist.

Zusammenfassend ist das Berichtswesen zum Haushaltsjahr 2025 eine vorsichtige Prognose, die noch durch Abschlussarbeiten und das Verfahren zur Übertragung von Haushaltsresten ergänzt wird. Trotz der Mehrerträge bleibt ein strukturelles Defizit bestehen, zudem zeigen sich Herausforderungen in der Liquiditätssteuerung der Stadt Lehrte.

Ausführliche Informationen stehen in den Ratsunterlagen zur Verfügung: Berichtswesen zum Haushaltsjahr 2025 (Stichtag 31.12.2025) , Informationsvorlage ohne Haushalt.

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