
Die Ratsgruppe aus CDU und FDP hat während der Ratssitzung am gestrigen Mittwoch, 11. Februar 2026, im Kurt-Hirschfeld-Forum an der Burgdorfer Straße in Lehrte den entsprechenden gemeinsamen Antrag der Ratsfraktion von SPD sowie der Gruppe Grüne/Linke nicht mitgetragen. Trotzdem wurde der Antrag mit 21 Ja-Stimmen bei 17 Nein-Stimmen angenommen. Es war während der insgesamt unaufgeregten Sitzung – nach 51 Minuten war die Tagesordnung abgearbeitet – der einzige Antrag, der keine einstimmige Zustimmung gefunden hat.
Die Antragsbegründung hatte zuvor Sozialdemokrat Ekkehard Bock-Wegener vorgetragen: „Die Verwaltung entwickelt ein Konzept für einen bedarfsgerechten Einsatz von SozialarbeiterInnen in jenen Lehrter Kindertagesstätten, die nicht in absehbarer Zeit durch ein Familienzentrum ergänzt werden. Denkbar ist hierbei die Zusammenarbeit mit freien Trägern. Ergänzend ist zudem die Einbeziehung von in Bezug auf Fragen der Beratung und Unterstützung besonders geschulten Personen denkbar.“ Die Umsetzung soll zunächst als Pilotprojekt erfolgen. Als Begründung sagte der Sozialdemokrat weiter, dass pädagogische Fachkräfte in den Kindertagesstätten benötigt würden als zunehmende Entlastung bei der Bewältigung gestiegener Beratungs- und Unterstützungsbedarfe der Eltern und Familien. „Hier sollen Kita-SozialarbeiterInnen und gegebenenfalls ergänzend besonders geschulte Personen – etwa mit Blick auf Familien mit Migrationsgeschichte – Stadtteilmütter oder ‑väter mit niedrigschwelligen Angeboten ansetzen.“ Dabei gehe es beispielsweise um die Unterstützung bei Antragstellungen und im Behördendschungel, um Vermittlung von Hilfsangeboten, um die Beratung der Eltern in Erziehungsfragen, um Soforthilfe in Krisensituationen und um das Organisieren und Begleiten von Elternaktionen wie Elternabende, Elterncafés und so weiter. „So kann insgesamt auch die präventive Unterstützungsstruktur in Lehrte weiter gestärkt werden.“ Für die Gruppe CDU/FDP machte Ratsherr Reneé-Michael Friedrich (CDU) deutlich, dass die Gruppe den Antrag ablehne, obwohl sie zuvor im zuständigen Jugendhilfe-Ratsausschuss dafür gestimmt habe. „Wir sehen die Probleme mehr in den Schulen als in den Kitas“, sagt er. „Deshalb folgen wir diesem Antrag nicht.“ Auch Frank Prüße (CDU), Bürgermeister der Stadt Lehrte, äußerte sich kritisch: „Ich sehe das mit Skepsis.“
Einstimmig angenommen wurde der Antrag der CDU/FDP-Gruppe, die Lehrter Stadtverwaltung zu beauftragen, in Zusammenarbeit mit dem Stadtjugendring und weiteren Partnern der Kinder- und Jugendarbeit sowie interessierten Schulen ein Konzept zur Erweiterung der Beteiligungsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen in Lehrte zu erstellen. „In diesem Zusammenhang ist auch die Einrichtung einer sogenannten Jugendbotschaft in der Stadt Lehrte zu prüfen und gegebenenfalls ein Konzept zur Umsetzung und Finanzierung einer zentralen Anlaufstelle für junge Menschen zu erarbeiten“, sagte CDU-Ratsfrau Heike Koehler unter anderem. Die Botschaft solle sowohl physisch als auch digital zugänglich sein und jungen Menschen Räume für politische Bildung, Interessenvertretung, Mitgestaltung, Teilhabe bieten sowie Angebote zur Prävention, Aufklärung und Persönlichkeitsstärkung eröffnen. „Das ist ein Zeichen verlässlicher Jugendarbeit in Lehrte.“ SPD-Ratsmitglied Ekkehard Bock-Wegener nannte das eine gute Idee, die zu prüfen sei.
Einstimmig verabschiedete der Rat die Bereitstellung von 300 000 Euro für den betriebsfähigen Zustand von städtischen Sirenen. Die Summe ist bereits zum Doppelhaushalt 2026/2027 eingebracht.
Ebenso einstimmig werde zudem auch die Prüfung einer Beteiligung der Stadt Lehrte am Projekt „Hola Kita“, der Antrag kam von der SPD-Fraktion sowie der Gruppe Grüne/Linke. Das Projekt führt die Region Hannover gemeinsam mit dem Caritasverband durch, dabei geht es um die Beseitigung des Fachkräftemangels in Kindertagesstätten. Der Jugendhilfe-Ausschuss der Stadt hat das bereits genehmigt. Worum es dabei geht? Es werden in diesem Projekt qualifizierte Fachkräfte aus Spanien gewonnen. Zielgruppe sind erwerbslose junge spanische Fachkräfte mit dem spanischen Hochschulabschluss.
Bürgermeister Frank Prüße teilte während der Ratssitzung noch mit, dass von den Gästen des Lehrter Neujahrsempfanges eine Spende in Höhe von 2399 Euro eingegangen ist. Das Geld solle je zur Hälfte der DRK-Kindergarten Lehrte sowie die Tafel Lehrte erhalten. Überdies ging eine Spende von 156 000 Euro von der Firma Rossmann ein. Dafür sollen die Grundschulen in Lehrte mit LED-Leuchten ausgestattet werden. Der Rat stimmte der Annahme der Spenden einstimmig zu.




