
Mit dem ersten Neujahrsempfang der Schützenbruderschaft „Das Große Freie“ hat die traditionsreiche Gemeinschaft Neuland betreten. Rund 85 Gäste waren in die Aula der Wilhelm-Raabe-Schule in der Glückaufstraße in Ilten gekommen, um gemeinsam den Auftakt ins neue Jahr zu begehen. Der Schützenbruderschaft gehören 13 Vereine aus dem Gebiet des ehemaligen Amtes Ilten an, das heute Teile von Hannover, Hohenhameln, Sehnde und Lehrte umfasst. Bereits im 12. Jahrhundert bildete dieses Gebiet eine eigenständige Region, in der die Menschen als frei galten. Aus dieser historischen Besonderheit leitete sich der Name „Das Große Freie“ ab. Auch wenn sich die Gebietskörperschaften im Laufe der Jahrhunderte mehrfach verändert haben, verbindet die Schützenbruderschaft bis heute eine gemeinsame Tradition.
Schriftwart Carsten Elges erklärte den Anwesenden die Idee hinter dem neuen Format. „Warum nicht auch mal etwas Neues machen“, fragte er und erläuterte, dass der Neujahrsempfang bewusst nicht im Sommer und ohne Marschieren stattfinden solle. Man wolle neue Wege gehen und versuchen, Moderne und alte Tradition miteinander zu verbinden.
Unter den Gästen begrüßte die Schützenbruderschaft unter anderem die Bürgermeister Olaf Kruse aus Sehnde und Frank Prüße aus Lehrte, die 1. stellvertretende Bürgermeisterin der Gemeinde Hohenhameln, Anja Böttcher, sowie Iltens Ortsbürgermeister Sandy Steve Choitz. Ebenfalls anwesend waren die Iltener Ehren-Ortsbürgermeisterin Giesela Neuse, die Ortsbürgermeisterin aus Höver, Elisabeth Schärling, Sehndes Ortsbürgermeister Michael Brozy, der Vorsitzende des Ausschusses für Schule, Sport, Kultur und Soziales, Dr. Marco Gerhard Schinze-Gerber, der Ehrenvorsitzende der Schützenbruderschaft, Heinz Köneke, sowie Pastor Maximilian Chmielewski.
Eine Premiere erlebten die Gäste, als der Vorsitzende der Schützenbruderschaft, Ralf Oelschläger aus Ilten, erstmals alle drei amtierenden Majestäten der Schützenbruderschaft vorstellte. Silbervogelkönig ist Christian Grefe vom SV Evern. Die Wappenkette trägt Jessica Fust von der SG Anderten. Gewinner des Ernst-August-Ordens ist Jan Joppien vom SV Rethmar. Dieser Orden wurde eigens von Prinz Ernst August für die Schützenbruderschaft gestiftet, erläuterte Oelschläger. Ursprünglich habe es seit der Gründung der Schützenbruderschaft nur einen König gegeben, den Silbervogelkönig. „Er ist heute daher ein wenig über den anderen Majestäten, primus inter pares“, so Oelschläger. Da auch die Frauen eine eigene Würdenträgerin wünschten, sei ein dritter Wettbewerb eingeführt worden, bei dem um die Wappenkette geschossen werde. Die drei Würdenträger werden jährlich im Wechsel ausgeschossen.
In seinem Grußwort sprach Sehndes Bürgermeister Olaf Kruse der Schützenbruderschaft seinen Dank aus und betonte, sie präge die Stadt und die Region bis heute. Für den ehemaligen Amtssitz Ilten ergriff Ortsbürgermeister Sandy Steve Choitz das Wort. „Ilten ist ein Ort mit einer besonderen Geschichte“, sagte er und erinnerte daran, dass sich der Ort nach seiner Gründung im Jahr 1240 zum Mittelpunkt des Gebietes zwischen dem Bistum Hildesheim im Süden und den Welfen im Norden entwickelt habe. Selbstbewusstsein und Verantwortung lägen den Generationen des Großen Freien im Blut. Ein Schützenverein sei mehr als reine Brauchtumspflege, sondern ein fester Bestandteil der Gesellschaft. Auch Olaf Kruse hob hervor, dass Das Große Freie seit dem Mittelalter eine eigene Identität entwickelt und seine Traditionen bewahrt habe.
Pastor Maximilian Chmielewski sprach von einer „lebendigen Geschichte“ und knüpfte daran mit der Jahreslosung für 2026 an: „Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu.“ Er spannte den Bogen von den Wurzeln, die nicht vergessen werden dürften, hin zu notwendigen Neuerungen. Dabei komme dem Nachwuchs eine Schlüsselrolle zu. „Ein Verein ohne Mitglieder ist wie ein Schützenfest ohne Musik“, sagte Chmielewski und rief dazu auf, jungen Menschen Raum zu geben, mitzureden und mitzugestalten.
Nach einem Vortrag von Hartmut Völksen über die geplante Wiedervernässung des Altwarmbüchener Moores ging der Neujahrsempfang in einen geselligen Teil mit vielen Gesprächen über. Musikalisch eröffnet wurde die Veranstaltung durch das Jagdhornbläserkorps „Das Große Freie“. Nach dem offiziellen Teil spielte die neunköpfige Gruppe „Die Blechlümmel“ auf. Das Jagdhornbläserkorps ist inzwischen europaweit bekannt. Wie Carsten Elges betonte, errang das Ensemble bei Europameisterschaften mit Teilnehmern aus vierzehn Nationen die Vize-Meisterschaft.












