
Die Freiwillige Feuerwehr Immensen hat am gestrigen Sonnabend, 10. Januar 2026, ihre 129. Jahreshauptversammlung in der Fahrzeughalle des Feuerwehrhauses an der Straße Am Fleith abgehalten. Ortsbrandmeister Meik Zieseniß und sein Stellvertreter Mirko Klein konnten rund 85 Gäste begrüßen. Auf der Tagesordnung standen umfangreiche Berichte aus allen Abteilungen, zahlreiche Beförderungen sowie mehrere Ehrungen, darunter auch langjährige Mitgliedschaften. In den Redebeiträgen wurde immer wieder betont, dass die Ortsfeuerwehr sowohl personell als auch organisatorisch gut aufgestellt sei.



Unter den Gästen befanden sich Lehrtes Bürgermeister Frank Prüße, der Fachbereichsleiter Ordnung und Bürgerservice der Stadt Lehrte, Michael Großmann, Ortsbürgermeister Michael Clement mit Mitgliedern des Ortsrates, Brandschutzabschnittsleiter Tobias Jacob sowie Stadtbrandmeister Hendrik Voges mit seinen Stellvertretern Jens Dannenbring und Fabian Meyer. Vertreten waren außerdem benachbarte Ortsfeuerwehren aus Arpke, Lehrte, Hämelerwald, Sievershausen, Steinwedel und Burgdorf, Ehrenortsbrandmeister Rainer Fricke sowie Vertreter örtlicher Vereine. Auch die Ehrenortsbrandmeister Arpkes, Stefan Burgdorf und Friedel Meyer waren anch Immensen gekommen. Aufgrund der Witterung nicht dabei sein konnten Gäste der befreundeten Feuerwehr aus Schortens (Friesland),
Kinderfeuerwehr: „Das Leben einfach schätzen“
Einen besonders emotionalen Moment gleich zu Beginn der Versammlung brachte der Bericht aus der Kinderfeuerwehr. Kinderfeuerwehrwart Emanuel Gähle ließ die Versammlung wissen, dass es keinen Jahresbericht der Kinderfeuerwehr gaben wird. Er habe es mehrfach versucht, ohne Erfolg. Der Tod des siebenjährigen Feuerwehrmitglieds Greta überschattete das Jahr und nahm ihn auch gestern noch sichtlich mit. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich so etwas mal miterleben muss“, betonte er, zeigte aber auch unter Tränen auf, wie wichtig es sei, „das Leben einfach zu schätzen“. Gleichzeitig ließ er aber auch wissen, dass es viele schöne Momente im vergangenen Jahr gab. Ortsbrandmeister Meik Zieseniß griff diese Worte auf und sagte dazu: „Das geht uns allen ins Mark.“
Jugendfeuerwehr als tragender Unterbau
Jugendfeuerwehrwartin Selina Meseke berichtete von derzeit 27 Mitgliedern. Es habe zahlreiche Dienste gegeben, bei denen Wissen vermittelt und der Teamgeist gestärkt worden sei. Die Jugendfeuerwehr habe sich zudem intensiv ins Dorfleben eingebracht, unter anderem beim Neujahrsschießen, beim Osterfeuer, bei einer Müllsammelaktion, beim Dreschefest und auf dem Weihnachtsmarkt. Drei Mitglieder absolvierten die Leistungsspange. Ein besonderer Akzent sei mit der Teilnahme an der Baumpflanzchallenge gesetzt worden, bei der ein Apfelbaum auf dem Feuerwehrgelände gepflanzt wurde. Ortsbrandmeister Zieseniß würdigte die Arbeit der Jugendfeuerwehr deutlich und sagte: „Ihr seid der Unterbau, der wichtigste Nachwuchs und echte Mitgliedergewinner.“
Ortsbrandmeister: „Darauf können wir stolz sein“
In seinem Jahresbericht stellte Meik Zieseniß fest, dass die Feuerwehr Immensen mit 61 aktiven Mitgliedern „sehr gut aufgestellt“ sei. Hinzu kämen jeweils mehr als 25 Mitglieder in der Kinder- und Jugendfeuerwehr sowie 18 Alterskameraden. Insgesamt seien mehr als 12.000 ehrenamtliche Stunden im vergangenen Jahr geleistet worden. „Das ist ein sehr gutes Ergebnis, darauf können wir stolz sein“, sagte Zieseniß und dankte allen für das tatkräftige Engagement. Besonders erfreut zeigte er sich über die wachsende Zahl von Frauen in der Einsatzabteilung. Mit zusätzlichen Containern habe man hier gute Lösungen gefunden. Insgesamt sei die Ortsfeuerwehr „intakt“, schlagkräftig und gleichzeitig von Kameradschaft geprägt.
Ausbildung und Einsätze
Zugführer Tobias Kern berichtete, dass die modulare Ausbildung weiterhin gut funktioniere. Sechs Mitglieder hätten an einer Heißbrandausbildung bei Feurex in Helmstedt teilgenommen, insgesamt seien 25 Lehrgänge absolviert worden. Mit Blick auf das neue Löschgruppenfahrzeug, das noch in diesem Jahr ausgeliefert werden soll, sagte er: „Wir müssen dann die Ausbildung darauf intensivieren.“ Grundsätzlich verfüge Immensen über eine einsatzstarke Wehr zu haben.“
Zum Einsatzgeschehen erklärte Zugführer Jannik Thiel, dass es im vergangenen Jahr 27 Einsätze gegeben habe. Auffällig sei gewesen, dass technische Hilfeleistungen die Brandeinsätze übertroffen hätten. „Es war das Jahr der Türöffnungen“, sagte Thiel mit Blick auf acht entsprechende Einsätze. Insgesamt sprach er von einem ruhigen Einsatzjahr. Zieseniß ergänzte dazu: „Ich bin heilfroh, dass hier so viele Praktiker unterwegs sind, die immer eine Lösung finden.“








Atemschutz, Sicherheit und Altersabteilung
Atemschutzgerätewart Cornelius Heineke berichtete von 28 Atemschutzgeräteträgern. Die Feuerwehr sei personell gut aufgestellt und könne „zuversichtlich in die Zukunft blicken“. Sicherheitsbeauftragter Felix Lange meldete ein unfallfreies Jahr. Rainer Fricke berichtete für die Altersabteilung, dass Kameradschaftspflege im Vordergrund stehe und man die aktiven Abteilungen sowie den Nachwuchs unterstütze.
Förderverein wächst weiter und stärkt die Feuerwehr
Der Vorsitzende des Fördervereins, Rainer Fricke, berichtete von einer weiterhin positiven Entwicklung. Die Mitgliederzahl sei im vergangenen Jahr von 237 auf 244 gestiegen, was einem Zuwachs von rund drei Prozent entspreche. Damit rücke das angestrebte Zwischenziel von 250 Mitgliedern in greifbare Nähe. Der Förderverein unterstütze die Ortsfeuerwehr dabei nicht nur finanziell, sondern bringe sich auch aktiv bei Veranstaltungen ein, was im Ort sehr gut angenommen werde. „Wir gewinnen jedes Jahr neue Mitglieder hinzu“, stellte Fricke fest. Im vergangenen Jahr konnte der Förderverein zudem rund 9000 Euro an Spenden annehmen, was Rainer Fricke als deutliches Zeichen der Anerkennung für die Arbeit der Ortsfeuerwehr und das Engagement des Fördervereins wertete.
Ehrungen und Beförderungen
Im weiteren Verlauf wurden zudem zahlreiche Ehrungen vorgenommen. Für 25-jährige aktive Mitgliedschaft erhielten Christian Rabe und Meik Zieseniß das Feuerwehrehrenzeichen des Landes Niedersachsen. Rainer Fricke wurde für 50-jährige Mitgliedschaft mit dem Feuerwehr-Ehrenzeichen des Landesfeuerwehrverbandes ausgezeichnet. Zudem wurden Hochwasserehrennadeln für Einsätze beim Weihnachtshochwasser 2023 verliehen. „Das habt ihr euch verdient – Einsatz und Engagement“, sagte Zieseniß dazu.
Darüber hinaus standen zahlreiche Beförderungen auf der Tagesordnung, mit denen das Engagement und die Ausbildung der Einsatzkräfte gewürdigt wurden. Zu Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmännern wurden Lilien Rudas, Nele Korn, Jonathan Rabe und Ole Korn ernannt. Ida Lena Deilmann und Frederick Schmidt erhielten den Dienstgrad Oberfeuerwehrfrau beziehungsweise Oberfeuerwehrmann. Zu Ersten Hauptfeuerwehrmännern wurden Marven Robin Lupke, Felix Hoffmeister sowie Faik Heinrich Rudolf Kothe befördert. Mirko Klein und Daniel Ulrich wurden zu Hauptlöschmeistern ernannt. Mit der Beförderung von Tobias Kern und Jannik Thiel zu Brandmeistern erreichten mehrere Kameraden einen höheren Führungsdienstgrad.











Grußworte: „Intakt“, „einsatzstark“ und fest im Ort verankert
In den Grußworten der Gäste wurde die Leistungsfähigkeit der Ortsfeuerwehr Immensen mehrfach hervorgehoben. Lehrtes Bürgermeister Frank Prüße griff dabei ausdrücklich Begriffe auf, die zuvor in den Berichten gefallen waren. Er habe im Verlauf des Abends die Worte „intakt“ und „einsatzstark“ gehört, sagte Prüße, und fügte hinzu: „Diese beiden Begriffe spiegeln genau das wider, was man hier sieht.“ Die Feuerwehr Immensen sei gut organisiert, fachlich stark aufgestellt und funktioniere als Gemeinschaft. „Man merkt, dass hier alle an einem Strang ziehen – die Aktiven, die Nachwuchsabteilungen, die Alterskameraden und auch die Familien im Hintergrund“, so der Bürgermeister.
Besonders betonte Prüße die Kinder- und Jugendarbeit. Diese sei nicht nur für die Feuerwehr, sondern auch für die Stadt von großem Wert. „Dass Kinder und Jugendliche hier zusammenkommen, Verantwortung übernehmen, lernen, miteinander zu sprechen und nicht nur vor Bildschirmen sitzen, ist enorm wichtig“, sagte er. Diese Arbeit sei „aller Ehren wert“ und werde von Rat und Verwaltung sehr geschätzt. Mit Blick auf die Ausstattung erklärte Prüße, dass die Stadt Lehrte weiterhin große Anstrengungen unternehme, um die Feuerwehren gut auszustatten. Das neue Löschgruppenfahrzeug sei für 2026 eingeplant. „Wenn es früher kommt, freuen wir uns – aber geplant ist es“, sagte er. Auch das Feuerwehrhaus in Immensen sei zu klein geworden. Die Planungen liefen, der Auftrag solle 2027 vergeben und der Bau begonnen werden, mit dem Ziel, das neue Feuerwehrhaus 2028 fertigzustellen.
Ortsbürgermeister Michael Clement bezeichnete die Feuerwehr Immensen als „wesentlichen Bestandteil unserer Dorfgemeinschaft“. Sie erfülle gleich zwei wichtige Rollen. „Ihr leistet einen enorm wichtigen Beitrag für unsere Sicherheit – und das macht ihr hervorragend“, sagte Clement im Namen des Ortsrates. Darüber hinaus sei die Feuerwehr ein prägender Faktor für das dörfliche Leben. Viele Veranstaltungen würden unterstützt oder überhaupt erst ermöglicht. Besonders hob Clement die Kinder- und Jugendarbeit hervor. „Das ist für eine Feuerwehr keine Selbstverständlichkeit, aber für die Familien im Ort unglaublich wichtig“, sagte er. Die Zahlen zeigten deutlich, wie tief die Feuerwehr im Ort verwurzelt sei. „Das ist ein echtes Aushängeschild für Immensen.“ Politik und Ortsrat sähen es als ihre Aufgabe, diese Arbeit nach Kräften zu unterstützen. Mit Blick auf Diskussionen um das Amt des Ortsbrandmeisters in Burgdorf betonte Clement: „Als Politiker dürfen wir das Ehrenamt nicht kaputt machen. Wir stehen hinter unserer Feuerwehr.“ Er schlug in eine Kerbe, die zuvor schon der Ortsbrandmeister geschlagen hatte: „Wir wären auch nach Burgdorf gefahren, um unsere Unterstützung zu signalisieren“, betonte zuvor Meik Zieseniß zur Diskussion um die Ernennung von Florian Bethmann als Burgdorfs Ortsbrandmeister.
Brandschutzabschnittsleiter Tobias Jacob ordnete die Leistungen der Ortsfeuerwehr Immensen in einen größeren Zusammenhang ein. Er berichtete, dass es im Jahr 2025 im gesamten Brandschutzabschnitt mit den Kommunen Burgdorf, Lehrte, Sehnde und Uetze insgesamt 1.875 Alarmierungen gegeben habe. „Das sind im Durchschnitt mehr als fünf Alarmierungen pro Tag, die durch 40 Ortsfeuerwehren abgearbeitet wurden“, sagte Jacob. Diese Zahl sei „sehr beeindruckend“ und zeige, wie leistungsfähig die Feuerwehren im Abschnitt seien. Er verwies zudem auf aktuelle Entwicklungen wie Arbeitsgruppen zu den Themen Robotik und ABC-Konzepte, mit denen man sich auf zukünftige Herausforderungen vorbereite.
Stadtbrandmeister Hendrik Voges blickte ebenfalls auf den geplanten Neubau des Feuerwehrhauses. Dieser stehe „wortwörtlich fast vor der Tür“. Der Zeitplan sei ambitioniert, aber nicht unrealistisch. „Ein Feuerwehrhaus ist nicht nur ein Gebäude“, sagte Voges. „Es ist Arbeitsstätte, Ausbildungsstätte, Treffpunkt und für viele eine zweite Heimat.“ Es gehe dabei nicht um Luxus, sondern um die Grundlage, die Arbeit richtig machen zu können. Voges dankte den Ausbildern für ihr Engagement und betonte, dass die Stadt Lehrte bei der Ausstattung der Feuerwehren „sehr viel richtig macht“. Abschließend sagte er: „Ich bin stolz auf das, was ihr hier als Ortsfeuerwehr leistet – zuverlässig, bodenständig und hoch engagiert.“
Einen besonderen Akzent setzte Pastor Thorsten Leißer. Er sagte, es beeindrucke ihn, wie viele Menschen im Ort in der Feuerwehr aktiv seien. „Man hat fast das Gefühl, das halbe Dorf ist hier vertreten“, bemerkte er. Feuerwehr sei kein Hobby, sondern ein Versprechen. „Das heißt: Ich bin da, wenn es brennt.“ Es gehe nicht um Applaus oder große Worte, sondern darum, das Richtige zu tun – auch dann, wenn niemand klatsche. „Gott wird geehrt, wenn Menschen aufatmen können, wenn sie buchstäblich gerettet werden“, sagte Leißer. Der Dienst der Feuerwehr sei gelebte Menschenliebe und Nächstenliebe. Er dankte den Einsatzkräften für ihre Zeit, ihre Bereitschaft und ihre Nerven.
Ortsbrandmeister Meik Zieseniß dankte abschließend der Stadt Lehrte, dem Ortsrat und allen politischen Gremien für die Unterstützung. „Wir haben eine Ausstattung, die ihresgleichen sucht“, sagte er. Das sei nicht selbstverständlich. „Im Großen und Ganzen können wir uns nicht beklagen. Dafür ein großes Dankeschön.“










