
Am heutigen Sonntag, 16. November 2025, fand in der St.-Bernward-Kirche in Lehrte die städtische Gedenkfeier zum Volkstrauertag statt. Anschließend erfolgte die Kranzniederlegung auf dem angrenzenden Friedhof in der Feldstraße. Hierzu kamen Vertreter von Stadt, Vereinen, Kirche und Bürgerschaft zusammen, um der Opfer von Krieg, Gewalt und Terror zu gedenken. Die Ansprache hielt Achim Rüter, Vorsitzender des Deutschen Roten Kreuzes, Ortsverein Lehrte, der in seinen Worten die Bedeutung des Erinnerns hervorhob und zugleich einen mahnenden Blick in die Gegenwart richtete.
Rüter erinnerte daran, dass der Volkstrauertag weit mehr sei als ein stiller Feiertag im November, sondern ein Moment, der die Gesellschaft dazu verpflichte, Verantwortung zu übernehmen. In seiner Ansprache machte er deutlich, dass dieser Tag nicht nur den Blick zurück ermögliche, sondern zugleich ein Prüfstein für die Haltung der Gegenwart sei. Er schilderte das Leid der Menschen, die durch Krieg, Gewaltherrschaft und Terror ihr Leben verloren haben, und verwies auf die unzähligen Schicksale, die hinter den historischen Daten stehen. Es seien Geschichten von Verlust, Schmerz und zerstörten Lebenswegen, die bis heute nachhallen und die Bedeutung dieses Gedenkens verdeutlichen.
Zugleich verband Rüter das Erinnern mit einem klaren Appell. Humanität, Solidarität und ein respektvolles Miteinander seien Grundwerte, die immer wieder neu verteidigt werden müssten. Er betonte, dass Frieden niemals selbstverständlich sei, sondern das Ergebnis von Verständigung und Bereitschaft zum Dialog. Angesichts der aktuellen weltpolitischen Lage, die von Konflikten, Fluchtbewegungen und gesellschaftlichen Spannungen geprägt ist, bestehe die Aufgabe darin, wachsam zu bleiben und Verantwortung füreinander zu übernehmen. Die Gefahr, dass Extremismus und Spaltung in Zeiten der Unsicherheit an Boden gewinnen, sei real, und gerade deshalb brauche es eine Gesellschaft, die den Wert des Friedens bewusst schätzt und schützt.
Rüter hob hervor, dass Gedenken und Gegenwart untrennbar miteinander verbunden seien. Wer die Opfer der Vergangenheit ehre, müsse zugleich aus der Geschichte lernen und entschlossen dafür einstehen, dass sich Unrecht und Gewalt nicht wiederholen. In diesem Sinne sei der Volkstrauertag ein Tag der Mahnung, aber auch ein Tag der Hoffnung – ein Anlass, sich der gemeinsamen Verantwortung für ein friedliches Zusammenleben bewusst zu werden.

